C'est la vie - So sind wir, so ist das Leben

Originaltitel
Le premier jour du reste de ta vie
Produktionsland
Frankreich
Produktionsjahr
2008
Genre
Drama, Komödie
Lauflaenge ca. 108 min.
FSK 12

Darsteller
Jacques Gamblin
Zabou Breitman
Déborah François
Marc-André Grondin

Stab
Regie: Rèmi Bezançon
Drehbuch: Rèmi Bezançon
Kamera: Antoine Monod
Produktion: Eric Altmeyer, Nicolas Altmeyer

Marie-Jeanne und Robert haben drei Kinder: Albert, Raphaël und Fleur. Eine ganz normale Familie, aber auch fünf unterschiedliche Menschen an jeweils anderen Wendepunkten ihres Lebens. Mit Albert, Fleur und Raphaël verliebt man sich und wird erwachsen, mit Marie-Jeanne und Robert durchlebt man die Höhen und Tiefen als Ehepaar und Eltern. Entscheidende Tage, nach denen nichts mehr so ist, wie es einmal war.

Rèmi Bezançons turbulente Familiengeschichte berührte mit ihrem liebenswert-melancholischem Charme die Herzen von Millionen Franzosen. Dank herausragender Schauspielleistungen und einem mitreißenden Soundtrack entwickelte sich die gefühlvolle Tragikomödie auch in Deutschland zum absoluten Publikumsliebling. Der Film gehörte mit drei Césars zu den strahlenden Siegern der Preisverleihung: Déborah François und ihr Filmbruder Marc-André Grondin wurden als Beste Newcomer geehrt, Sophie Reine für den Besten Schnitt.

Extras

  • Making of, Videoaufnahmen der Familie Duval, Interview mit Déborah François, Jacques Gamblin, Pio Marmaï und Zabou Breitman, Audiokommentar, Trailer, Wendecover

Technische Angaben

Bild: 2,35:1 (anamorph)
Sprachen/Ton: Deutsch, Französisch (5.1 Dolby Digital)
Untertitel: Deutsch

Rezensionen

www.kino-zeit.de | | www.kino-zeit.de
C'est la vie - So sind wir, so ist das Leben
von Silvy Pommerenke

"Familien sind Menschen, die deine Gefühle zerstören", dieser Meinung ist zumindest Albert, der mit seinem jüngeren Bruder Raphaël und dem Nesthäkchen Fleur in einer ganz normalen französischen Familie aufwächst, die sich – wie andere auch - im emotionalen Beziehungsgeflecht verstrickt, verbündet und manchmal auch verliert.

C'est la vie - So sind wir, so ist das Leben ist eine Familiensaga, die sich über den Zeitraum von zwölf Jahren erstreckt. Von 1988 bis 2000 werden exemplarisch fünf Tage herausgegriffen, in denen das Älterwerden der Kinder und der Eltern verfolgt wird, die die Konflikte und Schwierigkeiten der unterschiedlichen Generationen genauso thematisieren, wie deren Hoffnungen und Sehnsüchte. Während Albert (Pio Marmaï) als Ältester keinen sehnlicheren Wunsch hat, als in seine eigenen vier Wände zu ziehen, trauert ihm seine kleine Schwester Fleur (Déborah François) noch lange nach und Raphaël (Marc-André Grondin) ist ein hochmotivierter Student, der noch nicht einmal den Namen seines Studienfaches kennt ... Für seinen Großvater Pierre (Roger Dumas) – ehemaliger Weingutbesitzer – ist klar, dass Raphaël damit in die erfolglosen Fußstapfen seines Vaters Robert (Jacques Gamblin) tritt, der es lediglich zu einem Job als Taxifahrer gebracht hat.

Während Albert sich im weiteren Verlauf dem Medizinstudium widmet und alles tut, um endlich von seinem Vater die gewünschte Zuneigung zu erhalten, wächst Fleur zu einer rebellischen Jugendlichen heran, die trotzig zerrissene Klamotten trägt - ganz wie ihr Vorbild Kurt Cobain - und zufällig von ihrer Mutter Marie-Jeanne (Zabou Breitman) beim Joint-Rauchen erwischt wird (wobei der Joint sogleich in die Hände von Marie-Jeanne wandert, die sich damit einen rauschhaften Abend gönnt). Was für ein emotionales Chaos, als dann ausgerechnet der unmotivierte Raphaël die Zuneigung seines Großvaters erhält, der ihn in die Geheimnisse der Welt der Weine einführt. Und dann gerät schließlich auch noch Marie-Jeanne in eine Midlife-Crisis, weil ihr Mann schon seit Ewigkeiten keinen Sex mehr mit ihr hatte und dies noch nicht einmal bemerkt hat. Ob eine Brustkorrektur oder wenigstens ein Gesichtslifting für Abhilfe sorgen könnte? Letztendlich wird die Familie erst wieder zueinander finden, als zwei unerwartete Schicksalsschläge passieren.

Was wie eine ganz normale Familien-Chronik klingt, wurde vom Regisseur Rémi Bezançon sehr sensibel und einfühlsam in eine Tragikkomödie verpackt, die sich in jeweils einem Filmkapitel einem der Protagonisten annähert. So werden die unterschiedlichen Perspektiven sichtbar, die jeder einzelne hat, und gleichzeitig wird damit das unzertrennliche Beziehungsgeflecht der Familie sichtbar. Die Saat, die vom Großvater gelegt wurde, indem er seinen einzigen Sohn nie respektiert und geliebt hat, wird auf die nächste Generation übertragen. Aber welch Überraschung, als Robert unvermutet ein Bild von sich im Portemonnaie seines gerade verstorbenen Vaters entdeckt. Genau so überrascht ist Marie-Jeanne von ihrer Tochter Fleur, als sie heimlich deren Tagebuch liest und merkt, dass diese ein völlig fremdes Leben führt.

Der Film arbeitet mit vielen Versatzstücken, mit Rückblenden, die wie ein Blitzlicht aufleuchten und doch ganz schnell entschwinden. Ganz so, wie es Erinnerungsfetzen tun. Beispielsweise wenn sich Raphaël an Momente mit seinem älteren Bruder erinnert: Der gemeinsam gesehene Western im Fernsehen, das Fußballspielen im Kinderzimmer und später das Skat-Gelage bei Zigaretten und Whiskey. Ohne die Gemeinsamkeiten der Vergangenheit wären alle nichts, und dennoch leiden die fünf Hauptfiguren genau daran. Denn sie versuchen sich selbst zu verwirklichen und auszubrechen – jeder auf seine Weise – aber sie verfangen sich immer wieder in den alten Verhaltensmustern, die es ihnen kaum möglich machen, loszulassen und neu anzufangen. Vielleicht wollen sie das aber auch gar nicht, denn letztendlich erkennt jeder für sich, dass sie zusammengehören, komme, was da wolle.

Während in der Komödie Endlich Witwe, in der Jacques Gamblin ebenfalls die Hauptrolle spielte, der Humor etwas überhand nahm, ist C'est la vie - So sind wir, so ist das Leben überaus tiefsinnig-sensibel und dennoch humorvoll gestaltet. Dem Zuschauer wird eine große Reflexionsfläche geboten, auf der er sich in vielen Punkten wiedererkennt und anschließend das Kino mit dem Gefühl verlässt, von nun an alles besser oder zumindest anders zu machen. Aber genau so wenig, wie Robert von seinem Kettenrauchen ablassen kann, werden sich die emotional aufgeladenen Familien- und Beziehungsstrukturen verändern - so ist das Leben.

C'est la vie - So sind wir, so ist das Leben erhielt insgesamt neun Nominierungen bei den César Awards 2009 und ging letztendlich mit drei Auszeichnungen nach Hause: Marc-André Grondin als bester männlicher Newcomer, Déborah François als beste weibliche Newcomerin und Sophie Reine in der Kategorie Bester Schnitt.

Angaben zum Vertrieb

DVD im Handel und als VoD seit 04.09.09
Bst.-Nr. 502507, EAN 4006680048734

Diesen Titel gibt es in weiteren Varianten:

VoD
F 2008
R: Rèmi Bezançon

Marie-Jeanne und Robert haben drei Kinder: Albert, Raphaël und Fleur. Eine ganz normale Familie, aber auch fünf ...

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