Chrigu / Arthaus Collection Dokumentarfilm

Originaltitel
Chrigu
Produktionsland
Schweiz
Produktionsjahr
2007
Genre
Dokumentation
Lauflaenge ca. 88 min.
FSK 6

Stab
Regie: Jan Gassmann, Christian Ziörjen
Drehbuch: Eric Andreae
Kamera: Jan Gassmann, Christian Ziörjen
Produktion: Thomas Jörg

Christian begann selbst früh mit dem Filmemachen. Bereits mit 16 hat er eigene Filme gedreht. Partys, eine Reise nach Indien, Konzerte – immer war seine Kamera dabei. Auch nachdem er die Diagnose erhält, an einem bösartigen Tumor erkrankt zu sein.

„Chrigu“ erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der große Pläne für sein Leben hatte. Nachdem im Alter von 21 Jahren in seinem Nacken ein Tumor im fortgeschrittenen Stadium entdeckt wird, kämpft er um sein Leben und lässt sich von seinem Freund Jan Gassmann mit der Kamera begleiten. Dabei entsteht ein Film über das Leben, nicht über den Tod.

Extras

  • Booklet mit Hintergrundinformationen zum Film, Alle Filme der Arthaus Collection im Überblick

Technische Angaben

Bild: 1,33:1
Sprachen/Ton: Schweizerdeutsch (Stereo Dolby Digital)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch

Rezensionen

KulturSPIEGEL | 21.08.2009 |
Der KulturSPIEGEL über "Chrigu"
von Daniel Sander

Keine Frage, „Chrigu“ ist ein trauriger Film, wie sollte es auch anders sein? Mit 21 Jahren erfährt der Schweizer Nachwuchsfilmer Christian Ziörjen, von allen nur Chrigu genannt, dass er einen Tumor im Nacken hat, bösartig, lebensbedrohlich. Es folgen eine kräftezehrende Chemotherapie und der Entschluss, den Kampf gegen die Krankheit mit der Kamera zu dokumentieren, die Momente der Verzweiflung, aber auch der Hoffnung, des Nicht-Aufgebens, des Lebens. Dann die ersten vorsichtigen Schritte zurück in den Alltag, ein Besuch auf dem Biobauernhof der Eltern, zurück in die WG, zu den Freunden. Dann der Rückfall, Metastasen, und die Nachricht der Ärzte, dass sie nicht mehr viel tun können. Ziörjen kann bald nicht mehr alles allein filmen, er bittet seinen besten Freund Jan Gassmann um Hilfe: „Komm wir machen einen Film zusammen, ich steige dann irgendwann aus“.
Der Zuschauer ist dabei, wie diesem jungen, lebensfrohen Menschen langsam die Energie schwindet, wie die Schmerzen schlimmer werden und es ihm immer schwerer fällt, seine Angst zu verbergen und sich nicht einer sinnlosen Wut hinzugeben, mit der immer kreisenden Frage: „Warum ich?“
Ziörjen hat dafür gesorgt, dass „Chrigu“ dabei nicht zur voyeuristischen Sterbeshow gerät , denn vielmehr als ums Sterben geht es in diesem Film um das Leben. Alte Aufnahmen aus den Zeiten als gesunder und glücklicher junger Mann brechen regelmäßig die aktuellen Bilder – eine Indienreise, ausgelassene Partys mit den besten Freunden und immer wieder Videos der „Mundartisten“, einer Hip-Hop-Crew, die Ziörjen oft mit der Kamera begleitet hat. Statt tränentreibender Streicher gibt es in „Chrigu“ nur schnelle, treibende Beats, als euphorischer Soundtrack eines Lebens, das viel zu kurz war, aber glücklich.
Und so niederschmetternd und tragisch es ist, zu sehen, wie sich ein junger Mensch aus dem Leben verabschieden muss - so froh ist man, dass dieser Film die Gelegenheit bietet, diesen Menschen trotzdem noch kennenlernen zu dürfen.
Die letzten Bilder zeigen, wie die Familie und die engsten Freunde Ziörjens Asche in den Inn streuen. So hatte er es sich gewünscht, in ein Gewässer, das nach Osten fließt.
Der Sonne entgegen.

Angaben zum Vertrieb

DVD im Handel seit 21.08.09
Bst.-Nr. 502641, EAN 4006680050102

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