Die Weisheit der Krokodile

Originaltitel
Die Weisheit der Krokodile
Produktionsland
Großbritannien
Produktionsjahr
1998
Genre
Thriller
Lauflaenge ca. 95 min.
FSK 16

Darsteller
Jude Law
Elina Löwensohn
Timothy Spall
Kerry Fox

Stab
Regie: Leong Po-chih
Drehbuch: Paul Hoffman
Kamera: Oliver Curtis
Produktion: David Lascelles, Carolyn Choa, Nigel Stafford-Clark

Der medizinische Forscher Steven sieht nicht nur gut aus, sondern ist dazu auch noch vermögend, gebildet und ein begnadeter Zeichner. Ein Traummann also, wäre da nicht sein dunkles Geheimnis: Steven ist ein Vampir. Jede Frau, die er verführt, wird sein Opfer. Mit dem Blut saugt er gleichzeitig ihre Emotionen aus, Gefühle, ohne die er verfallen würde. Als Steven die Ingenieurin Anna kennen lernt, zögert er zum ersten Mal, ein Leben zum Erhalt seines eigenen auszulöschen. Doch ohne Blut beginnt sein Körper zu zerfallen. Hat er die wahre Liebe gefunden oder verschont er Anna nur, weil die Polizei ihn beobachtet?

Extras

  • Behind the Scenes
  • Trailer
  • Presseheft (DVD-Rom)
  • Fotogalerie

Technische Angaben

Bild: 1,85:1 (anamorph)
Sprachen/Ton: Deutsch, Englisch (5.1 Dolby Digital)
Untertitel: Deutsch

Rezensionen

film-dienst | | film-dienst.kim-info.de
Die Weisheit der Krokodile
von Oliver Rahayel

Eine Mordgeschichte: Junge Frauen werden getötet, die erste bei einem spektakulären Autounfall, dessen schreckliche Unschärfe an die jüngsten Filme von David Cronenberg und David Lynch erinnert; eine zweite wird, nachdem sie zunächst von ihrem späteren Killer vom Selbstmord abgehalten wurde, an der Küste angeschwemmt, und eine dritte Frau begibt sich in die Fänge desselben Täters. Der Polizei bleibt das Verschwinden gleich mehrerer Freundinnen desselben jungen Mannes nicht verborgen, doch der zuständige Inspektor läßt sich trotz seines Mißtrauens vom sinistren Charme des Verdächtigen einwickeln. Dieser fühlt sich unangreifbar – und ist es auch, ihn plagen wahrhaft existentiellere Ängste. Eine Liebesgeschichte: Die junge Frau, die Steven Grlscz, der Mörder, schließlich kennenlernt, eröffnet ihm die vergessene Welt der Liebe. Er ist nicht imstande, sie zu töten, um sich am Leben zu erhalten, denn er will die Liebe selbst um den Preis seines Lebens. Eine Horrorgeschichte: Steve ist ein Untoter im London unserer Tage, unsterblich und verdammt zugleich, dessen Sehnsucht nach menschlichen Gefühlen ihn verletzlich und schließlich sterblich macht. Neben den eher naturalistischen Tragikomödien aus der Welt der Arbeitslosigkeit scheint sich in Großbritannien ein filmisches Mittelschicht-Pendant zu etablieren, das sich kunstfertig, undurchsichtig und stilisiert gibt, wie jüngst bereits „Heart“ (fd 33 650) und „Croupier“ (fd 33 695). Hier ist es der junge Regisseur Po-Chih Leong, der ein ebenso artifizielles wie raffiniertes Spiel treibt, ein Geflecht von Genres und Figuren, die wie auf einem Schachbrett bewegt werden, ohne daß je ein Zug vorhersehbar wirkt. Das zentrale Motiv stellt das klassische Begriffspaar Liebe und Tod dar, wie stets komplementär und sich gegenseitig ausschließend, doch die zentrale stilistische Vorgabe des Filmemachers schien eine größtmögliche Präzision zu sein. Nicht die kleinste Einstellung weicht von der Schicksalslinie ab, auf die sich Steven begibt: anfangs, solange er noch völlige Kontrolle über jeden seiner Schritte und die der ihn umgebenden Figuren hat, dann, als er sich für das Diesseits und damit sein Ende entscheidet, dem er mit jedem Schritt ein wenig näher kommt. Nicht ein Wort zuviel wird gesprochen, als könne jedes Wort, jede Tat alles bewirken, und so wirkt jede Figur hochkonzentriert und stets darauf bedacht, keinen Fehler zu begehen – sei es Steven selbst oder der Polizist, der sich auf Stevens Spur begibt, oder der Gangleader, aus dessen Gewalt Steven den Inspektor rettet, oder Anne, Stevens neue Geliebte, die versucht, den Einzelgänger an sich zu binden und die daraufhin bald um ihr Leben, bald um das von Steven bangen muß. Die Schauplätze sind von einer unheimlichen Glätte und labyrinthischen Undurchsichtigkeit, Ausgänge sind nie in erreichbarer Nähe. Jude Law, der schöne, gelähmte, perfekte Mensch aus „Gattaca“ (fd 33 221) und Elina Löwensohn, vor allem aus Filmen von Hal Hartley bekannt, umkreisen sich, angezogen und ängstlich zugleich, meistens aus der Distanz und nur manchmal aus der Nähe. Eine Choreografie am Rande des Abgrunds, ein faszinierender Film.

Angaben zum Vertrieb

DVD im Handel seit 24.03.06
Bst.-Nr. 501127, EAN 4006680034409

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