Federico Fellini

Biographie
Filmografie

Lebhafte Visionen vom süßen Leben

Federico Fellini wird heute neben Luchino Visconti von Vielen als Grande Maestro und Visionär des italienischen Nachkriegsfilms gepriesen. Mit seinem umfassenden Werk hat er nicht nur Filmgeschichte geschrieben, sondern unzählige Regisseure nachhaltig beeinflusst. In seinen Filmen schuf er fantasievolle Bilderwelten, mutig, originell und mit einer Schwäche für skurrile Gestalten und üppige Frauenkörper. Die Academy ehrte ihn dafür insgesamt viermal mit dem Oscar® für den Besten ausländischen Film sowie mit der Auszeichnung für sein Lebenswerk.

1920 in Rimini als erstes von drei Kindern geboren, besuchte Federico Fellini eine katholische Schule in seinem Heimatstädtchen. Noch während seiner Gymnasialzeit waren erste Karikaturen von ihm auf Plakaten des örtlichen Cinema Fulgor zu sehen, das heute Teil des Federico Fellini Museums und nach wie vor als Filmtheater in Betrieb ist. Der damalige Kinobetreiber beauftragte ihn mit der Anfertigung von karikaturistischen Porträts zeitgenössischer Filmstars, um damit für die Vorführungen zu werben. Später arbeitete Fellini unter anderem mit dem humoristischen Wochenblatt „420“ zusammen, sowie nach seinem Umzug nach Rom 1939 mit der populären satirischen Zeitschrift „Marc Aurelio“, wo er sich als „Federico“ mit hunderten von Beiträgen einen Namen machte.

In der Folgezeit führte eine seiner vielen unterschiedlichen Tätigkeiten den lebensfrohen jungen Künstler zum Rundfunk-Varieté, wo er die Schauspielerin Giulietta Masina kennen lernte, die im Oktober 1943 seine Frau wurde. Nachdem Fellini mehrere Drehbücher verfasst und als Assistent und Schauspieler mit Roberto Rosselini zusammengearbeitet hatte, erschien 1950 mit Lichter des Varieté der erste Film, der unter seiner Regie gedreht wurde. Bereits vier Jahre später zog Fellini mit Das Lied der Straße (1954) die Aufmerksamkeit eines internationalen Publikums auf sich und erhielt dafür im Jahr 1956 seinen ersten Oscar® für den Besten ausländischen Film – nicht zuletzt auch aufgrund der herausragenden Performance der beiden Hauptdarsteller Anthony Quinn und Giulietta Masina. Das süße Leben (1960) lenkte bald erneut weltweit die Blicke auf Italien und das italienische Kino, derart schmackhaft präsentierte ihnen Federico Fellini mit seiner blonden Schauspielerin Anita Ekberg das „süße Leben“ in Rom. Neben seiner Verwurzelung in der volkstümlichen Kultur seiner italienischen Heimat ist es vor allem die sarkastische Ader des ehemaligen Karikaturisten, die in viele seiner Werke mit einfließt, allen voran Fellinis Satyricon (1969).

Doch richtet sich Fellinis liebevoll-spöttischer Blick nicht nur auf seine Außenwelt: In Achteinhalb (1963) betrachtet der Künstler selbstreflexiv und augenzwinkernd sein eigenes Schaffen als Regisseur und die turbulente Branche, in der er sich als solcher bewegt. Selbst der Titel des Films reflektiert den Menschen Fellini, der zu diesem Zeitpunkt nach eigener Auffassung genau achteinhalb Filme realisiert hatte. Es folgten Filme wie Julia und die Geister (1965), Roma (1971) und Fellinis Casanova (1976). In ihnen nahm der Regisseur immer mehr Abschied von den Erzählstrukturen des bloßen Realismus. Mit Intervista (1987) legte Fellini sein Alterswerk vor und spiegelte das eigene Schaffen in der Vergangenheit und möglichen Zukunft des Kinos. Als einer der großen Visionäre des Films verstarb Fellini 1993 in seinem geliebten Rom.

Die Stimme des Mondes (1990)
Fellinis Intervista (1987)
Ginger und Fred (1986)
Fellinis Schiff der Träume (1983)
Fellinis Stadt der Frauen (1980)
Orchesterprobe (1978)
Fellinis Casanova (1976)
Amarcord (1973)
Fellinis Roma (1972)
Fellinis Satyricon (1969)
Julia und die Geister (1965)
Achteinhalb (1963)
Das süße Leben (1960)
Die Nächte der Cabiria (1957)

Die Schwindler (1955)
Das Lied der Straße (1954)
Die Müßiggänger (1953)
Die bittere Liebe (1952)
Lichter des Varieté (1950)

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