Jim Jarmusch

Jim Jarmusch gilt als das Lieblingskind des amerikanischen Independent-Kinos. Mit Filmen wie „Stranger Than Paradise“, „Down By Law“ oder „Coffee and Cigarettes“ hat er sich einen Namen gemacht. „Ich würde lieber einen Film über jemanden machen, der seinen Hund ausführt, als über den Kaiser von China“ hat Jarmusch einmal gesagt. Dabei sind seine Filme alles andere als alltäglich. Sein unverkennbarer, lakonischer Stil und seine Vorliebe für skurrile Typen lassen sich ebenso wenig leugnen wie sein Faible für Schwarzweißbilder.

Biografie

James R. Jarmusch wird 1953 in Akron/Ohio geboren. Er studiert Literatur an der University of Columbia in New York und ist anschließend bis 1979 Schüler und Assistent des Filmemachers Nicholas Ray an der New York University Graduate School.
Nachdem sein erster Spielfilm „Permanent Vacation“ noch auf wenig Interesse gestoßen ist, wird Jarmusch 1984 mit „Stranger Than Paradise“ über Nacht zum „hofierten Hätschelkind der Filmkritik und Festivaljurys“ (film-dienst). Sein nächstes Projekt „Down By Law“ (1986) mit Roberto Benigni und Tom Waits etabliert ihn endgültig als Kultregisseur des Independent-Kinos. 1988 folgt mit „Mystery Train“ Jarmuschs erster Episodenfilm. Seine ersten drei Spielfilme haben die Kritik an der amerikanischen Kultur zum Thema. Die Settings der Trilogie vermitteln Degeneriertheit und Verfall – von der düsteren Landschaft Ohios und der bröckelnden Fassade Floridas in „Stranger Than Paradise“ über das diffus-trübe New Orleans in „Down by Law“ bis zum billig-geschmacklosen Memphis in „Mystery Train“.
Die neunziger Jahre beginnen mit „Night on Earth“ (1991), einem charmanten Reigen von Episoden, die allesamt nachts im Taxi spielen. 1995 folgt der Antiwestern „Dead Man“, wiederum eine intelligent inszenierte Kritik am amerikanischen Mythos, der auf der Vertreibung der Urbevölkerung basiert. Ein Jahr später dreht Jarmusch „Year of the Horse“, eine Dokumentation über ein Konzert von Neil Young, der die Filmmusik in „Dead Man“ maßgeblich geprägt hatte. In „Ghost Dog: Der Weg des Samurai“ (1999), vermischt Jarmusch verschiedene Genres und schafft damit einen „gangster samurai hip-hop Eastern Western“.
2003 vervollständigt Jarmusch „Coffee Cigarettes“; einige Episoden, u.a. jene mit Roberto Benigni und Tom Waits, hatte er bereits in den achtziger Jahren gedreht. Zuletzt dreht Jarmusch 2005 „Broken Flowers“ mit Bill Murray, der darin einen alternden Don Juan mimt, der sich auf die Suche nach seinem unbekannten Sohn macht.
Jim Jarmusch hat auch in mehreren Filmen als Schauspieler mitgewirkt; darunter in „Leningrad Cowboys Go America“ von seinem Freund Aki Kaurismäki und in „Blue In The Face“ von Wayne Wang.

Filmografie

Filmgrafie (Auswahl)

Broken Flowers (2005)
Coffee und Cigarettes (2003)
Ghost Dog – Der Weg des Samurai (1999)
Year of the Horse (1997)
Dead Man (1995)
Night on Earth (1991)
Mystery Train (1989)
Down by Law (1986)
Stranger than Paradise (1984)
Permanent Vacation (1980)