Once / Rolling Stone Music Movies Collection

Originaltitel
Once
Produktionsland
Irland
Produktionsjahr
2006
Genre
Musikfilm, Romance
Lauflaenge ca. 83 min.
FSK 12

Darsteller
Glen Hansard
Markéta Irglová

Stab
Regie: John Carney
Drehbuch: John Carney
Kamera: Tim Fleming
Produktion: Martina Niland

In Dublins Straßen singt sich ein Straßenmusiker die Seele aus dem Leib. Während er von der großen Musikkarriere träumt, repariert er Staubsauger im Geschäft seines Vaters. Eines Tages wird eine junge Pianistin, die in der Fußgängerzone Blumen verkauft, auf ihn aufmerksam. Ihr gefallen seine Lieder – und sie hat einen kaputten Staubsauger. Sie treffen sich wieder und merken, dass sie mehr verbindet als die Liebe zur Musik. Da ahnen sie noch nicht, dass man im Leben vielleicht nur ein einziges Mal den richtigen Menschen trifft.

Ein Film, der die Welt überraschte. Als Low-Budget-Produktion in nur zwei Wochen abgedreht, begeisterte er auf unzähligen Festivals, gewann die Publikumspreise beim Sundance Filmfestival und zog die Zuschauer weltweit in seinen Bann. Für den Titelsong „Falling Slowly“ wurde Glen Hansard 2008 mit dem Oscar® ausgezeichnet.

Extras

  • Audiokommentar von Glen Hansard, Markéta Irglová und John Carney
  • Musik-Audiokommentar von Glen Hansard, Markéta Irglová und John Carney
  • Filmmusik
  • Fotogalerie
  • Teaser
  • Trailer

Technische Angaben

Bild: 1,78:1 (anamorph)
Sprachen/Ton: Deutsch 5.1 Dolby Digital, Englisch Stereo Dolby Digital
Untertitel: Deutsch

Rezensionen

film-dienst | | film-dienst.kim-info.de
Once
von Michael Kohler

In einer Dubliner Einkaufsstraße hat ein namenloser Musiker sein Revier abgesteckt. Es reicht, soweit seine Stimme trägt und jemand seine irischen Gassenhauer hören will. Wenn sich abends die Straßen leeren, greift er auf ein Repertoire eigener Kompositionen zurück und singt, mit dem gebrochenen Herzen auf der Zunge, in den eigenen Schmerz versunken gegen Schicksal und Häuserwände an. Er müsse wohl sehr verliebt gewesen sein, vermutet eine Rosenverkäuferin, die einsam in der Nähe steht und das verschämte Leugnen des Sängers sofort durchschaut. Mit diesen unscheinbaren Straßenszenen beginnt John Carney sein Musical „Once” und markiert ganz beiläufig den romantischen Widerspruch, in den sich jede derart offensichtlich persönlich gefärbte Kunst verfängt: Sie ist an einen ganz bestimmten Menschen adressiert, ersetzt ihn aber durch ein anonymes Publikum. Wie das Rosenmädchen fühlt sich auch der Zuschauer ungefragt zum Zeugen einer intimen Gefühlsregung gemacht, und wie dieses tritt er selbst dann neugierig näher, wenn er mit der dargebotenen Variante der Folk-Musik nicht allzu viel anfangen kann.

In der amerikanischen Kritik wurde Carneys Independent-Film zum Gegenentwurf des Hollywoodschen Ausstattungsmusicals erklärt, was einerseits etwas übertrieben scheint, andererseits sehr schön den Unterschied zu „Chicago” (fd 35 842) oder „Hairspray” (fd 38 301) beschreibt. In der mit einigen klaren Strichen gezeichneten sozialen Misere käme niemand auf die Idee, einfach so auf offener Straße in Gesang zu verfallen, stattdessen zeigt Carney mit einfachsten Mitteln, wie zwei Menschen über die Musik zusammenfinden. Die Frau mit den Rosen hat in ihrer tschechischen Heimat Klavier spielen gelernt und schlüpft mit dem Straßensänger während der Mittagspause in ein Musikaliengeschäft. Sie setzt sich an einen Flügel und begleitet ihn, während er eine seiner Kompositionen spielt. Nach kurzer Zeit beginnen sie immer besser zu harmonieren, was hier nicht nur ins zitternde Kitschherz trifft, sondern auch ins Herz der musikalischen Sache selbst.

Nach dieser wunderschönen Szene bilden die beiden Hauptfiguren ein Duett, was zunächst nur bedeutet, dass er ihr seine Lieder vorträgt und sie sich an einem Text für einen unvollendeten Song versucht. Nebenher repariert er ihren Staubsauger, macht einen ungeschickten Annäherungsversuch, für den er sich gleich wieder schämt, und lernt Mutter und Tochter der tschechischen Arbeitsimmigrantin kennen. Schließlich überlässt er ihr seinen Walkman und eine Kassette seiner Lieder, vergisst allerdings volle Batterien und bringt damit eine verblüffende Mischung aus Melodramatik und Understatement in den Film. Um sich frische Batterien leisten zu können, muss die Mutter heimlich das Sparschwein ihrer kleinen Tochter leeren – zum Glück wird dieses Wagnis bereits auf dem Heimweg vom Tante-Emma-Laden belohnt. Die Heldin summt den halbfertigen Liedtext vor sich hin, und plötzlich wandelt sich die Dubliner Nacht zur großen Bühne der Empfindsamkeit. Auf seine eigene Art führt „Once” das Genre des klassischen Backstage-Musicals fort und zeigt, wie seine Musik entsteht. Dazu passt, dass die beiden Hauptdarsteller, der Singer-Songwriter Glen Hansard und das musikalische Multitalent Markéta Irglová, bereits ein gemeinsames Album aufgenommen haben und ihr musikalisches Zusammenfinden hier noch einmal in dramatisch verwandelter Form darstellen. Am Ende wartet dann nicht die prachtvolle Ausstattungsorgie auf das mühelos in Atem gehaltene Publikum, sondern ein Wochenende im Tonstudio. Das Geld leiht den beiden ein verhinderter Sänger in der Kreditabteilung einer Bank, die Begleitband findet sich auf einer Dubliner Straße. So viel Magie darf auch in diesem Musical nicht fehlen.

Angaben zum Vertrieb

DVD im Handel und als VoD seit 18.09.09
Bst.-Nr. 502649, EAN 4006680050188

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