The Doors / Rolling Stone Music Movies Collection

Originaltitel
The Doors
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
1990
Genre
Drama, Musikfilm
Lauflaenge ca. 136 min.
FSK 16

Darsteller
Val Kilmer
Meg Ryan
Kyle MacLachlan
Michael Wincott

Stab
Regie: Oliver Stone
Drehbuch: Oliver Stone, Randall Jahnson
Kamera: Robert Richardson
Produktion: Bill Graham, Sasha Harari, A. Kitman Ho

Die beiden Studenten Jim Morrison und Ray Manzarek gründen am Strand von Venice eine Band: The Doors. Gemeinsam mit dem Gitarristen Robby Krieger und dem Schlagzeuger John Densmore steigen sie nach skandalträchtigen Auftritten in kleinen Clubs zu einer der angesagtesten Bands auf. Das erste Album schlägt ein wie eine Bombe, die Single „Light My Fire“ wird ein Welterfolg. Doch Jim Morrison lebt ziemlich exzessiv: harte Drogen, Unmengen an Alkohol und immer wieder neue Groupies.

Oliver Stone legt in seinem schonungslosen, aber dennoch liebevollem Filmporträt der legendären Rockband den Fokus auf den charismatischen Frontmann Jim Morrison, der in der brillanten Verkörperung durch Val Kilmer wieder aufzuerstehen scheint.

Extras

  • Audiokommentar von Oliver Stone

Technische Angaben

Bild: 2,35:1 (anamorph)
Sprachen/Ton: Deutsch, Englisch (6.1 DD EX); Deutsch, Englisch (headphone-surround)
Untertitel: Deutsch (in OF nicht ausblendbar)

Rezensionen

www.kino-zeit.de | | www.kino-zeit.de
The Doors
von Simin Littschwager

Jim Morrison, Sänger der Rockband The Doors, verkörperte wie wenige andere den Mythos des rebellischen Rockstars, dessen Leben sich nach den Maximen Live fast, love hard, die young, um Sex, Drugs & Rock’n’Roll dreht, bis er letztlich daran zu Grunde geht. In einer Epoche, deren Jugend geprägt war von der Hippiebewegung, bewusstseinserweiternden Drogen und dem Vietnamkrieg, trafen die The Doors mit Morrisons exzessivem, unberechenbarem Verhalten auf der Bühne und seinen düster-poetischen Texten den Nerv der Zeit. Ohne Zweifel trug die charismatische Bühnenpräsenz des Frontmanns wesentlich zum Ruhm der Doors bei, die nach dessen frühen Tod 1971 nicht mehr an die großen Erfolge anknüpfen konnte, während der Kult um Morrison auch heute ungebrochen ist und immer noch zahlreiche Fans zu seinem Grab auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris pilgern.

Oliver Stone, der selbst als junger Mann in Vietnam zum ersten Mal die Musik der Doors erlebte und, wie er im Interview freimütig zugibt, zu jener Zeit seine eigenen bewusstseinserweiternden Drogenerfahrungen machte, konzentriert sich in seinem Film The Doors von 1991 ebenfalls hauptsächlich auf die Figur des Sängers Jim Morrison (grandios gespielt von Val Kilmer, der selbst zahlreiche Lieder im Film singt). Stone erhebt jedoch in keinster Weise einen biographisch oder dokumentarisch exakten Anspruch; vielmehr leistet er seinen eigenen Beitrag zum Mythos Jim Morrison. Dieser wird nicht in erster Linie als exzessiver Rockstar mit Hang zu Sex, Drogen und Provokation inszeniert, sondern als grenzgängerischer Dichter, der permanent die Bereiche des Möglichen auslotet. Von Beginn an, als in einer halluzinationsartigen Anfangssequenz Jim als Kind im Auto mit seinen Eltern an einem Autounfall in der Wüste vorbei fährt und er angesichts eines toten Schamanen fortan das Gefühl hat, dessen Geist lebe in ihm weiter, erscheint dabei der Tod in verschiedenen Maskeraden als sein unauffälliger, aber stetiger Begleiter.

Von der Story her orientiert Stone sich zwar an zahlreichen biographischen Fakten, erzählt beispielsweise, wie der junge Filmstudent Morrison mit seinem Freund Ray Manzarek (Kyle MacLachlan) am Strand von Venice die Band gründet, rekonstruiert einige legendär gewordene Auftritte und integriert ein Fotoshooting, dessen Bilder Morrison zur Sex-Ikone machten. Auch die Liebesgeschichte zwischen Jim und seiner Freundin Pamela Courson (Meg Ryan als All-American-Hippie-Girl) nimmt zentralen Raum ein. Die wichtigste Rolle im Film spielen jedoch die Lieder der Doors und Morrisons von Poesie und Drogen beeinflusste Wahrnehmung, deren visuelle Umsetzung in ihrer Intensität teilweise äußerst gelungen ist. Eine Besonderheit der zahlreichen Songs im Film, wobei die wichtigsten Doors-Hits wie z. B. Light my Fire, The End, Riders on the Storm natürlich nicht fehlen dürfen, ist die nahtlose Vermischung von Morrisons Originalgesang mit dem Gesang Val Kilmers, welcher sich angeblich im Laufe der Dreharbeiten so sehr mit seiner Rolle identifizierte, dass er darauf bestand Jim genannt zu werden. Seine Präsenz prägt den Film ebenso wie es diejenige von Morrison einstmals mit der Band tat.

Insgesamt ist The Doors, gleichgültig wie viel oder wie wenig er mit der realen Band dieses Namens und ihrem Sänger Jim Morrison zu tun hat, nicht nur ein berauschender Film über die Geschichte einer Rockband, sondern fängt durch Bilder und Musik atmosphärisch den Zeitgeist des Amerikas der 1960er ein. Versierte Doors-Fans mögen an einigen Stellen vielleicht mehr sehen als andere, aber keineswegs nur für Doors-Fans ist der Film ein ästhetischer Genuss. Empfehlenswert sind die zahlreichen Extras, in denen neben Oliver Stone und der Filmcrew auch die Bandmitglieder der Doors sowie Freunde und Zeitzeugen zu Wort kommen und in durchaus kritischen, gelegentlich auch nostalgischen Statements das im Film dargestellte Bild Morrisons differenzieren. Neben den zahlreichen Interviews gibt es eine Audiokommentarfassung, von Stone kommentierte Extraszenen sowie alle Songszenen als einzelne Menüpunkte. Zuletzt sei ein besonderes Goodie dieser lohnenswerten Doppel-DVD erwähnt: Stilgerecht sind die Scheiben im Vinyl-Plattenlook designt.

Angaben zum Vertrieb

DVD im Handel seit 18.09.09
Bst.-Nr. 502645, EAN 4006680050140

Diesen Titel gibt es in weiteren Varianten:

Blu-ray
USA 1990
R: Oliver Stone

Oliver Stones Liebeserklärung an eine der größten Rockbands aller Zeiten.

mehr >>>

Blu-ray Digipak 1er
USA 1991
R: Oliver Stone

Oliver Stones Liebeserklärung an eine der größten Rockbands aller Zeiten.

mehr >>>

Empfehlungen

Blu-ray
USA 1995
R: Jim Jarmusch

Jim Jarmuschs eleganter Anti-Western mit großartigen Schwarzweiß-Bildern und dem ungewöhnlichen Soundtrack Neil Youngs erstmals auf Blu-ray!

mehr >>>

DVD
USA 1995
R: Jim Jarmusch

Eleganter Anti-Western mit großartigen Schwarzweiß-Bildern und dem ungewöhnlichen Soundtrack Neil Youngs.

mehr >>>

Blu-ray
USA 2007
R: Martin Scorsese

Das spektakuläre Musikhighlight zeigt die legendären Rolling Stones in Bestform.

mehr >>>

DVD
USA 2000
R: Michael Almereyda

Die hochkarätig besetzte Verfilmung von Shakespeares Tragödie spielt in der Gegenwart.

mehr >>>

DVD
D / USA 1993
R: Percy Adlon

Neuveröffentlichung - auf einer DVD mit dem Dokumentarfilm "Vati in Port-au-Prince"!

mehr >>>

DVD
D 2001
R: Percy Adlon

Zwei Filme über Zerstörung, Flucht und Überleben.

mehr >>>

DVD
D 1983
R: Percy Adlon

Neuveröffentlichung - auf einer DVD zusammen mit dem Dokumentarfilm "Fräulein Annette Kolb"!

mehr >>>

DVD
D 1982
R: Percy Adlon

Zwei Filme über Jugend und Sterben. Frühe Vollendung. Tragisch aber voller Hoffnung.

mehr >>>

DVD
D / USA 2001
R: Percy Adlon

Gemeinsam auf einer DVD mit der Dokumentation "Fluchtwege eines friedliebenden Mannes"!

mehr >>>

DVD Schuber 3er
GB / F / D / USA 2013
R: Nicolas Winding Refn, Steven Knight, Tomas Alfredson

Was ist besser als einmal Tom Hardy? Dreimal Tom Hardy!

mehr >>>