Tiger & Dragon - Der Beginn einer Legende

Originaltitel
Crouching Tiger, Hidden Dragon
Produktionsland
Hongkong / Taiwan / USA
Produktionsjahr
2000
Genre
Abenteuer, Action, Romance
Lauflaenge ca. 115 min.
FSK 12

Darsteller
Chow Yun Fat
Michelle Yeoh
Zhang Ziyi
Chang Chen

Stab
Regie: Ang Lee
Drehbuch: James Schamus, Wang Hui Ling, Tsai Kuo Jung
Kamera: Peter Pau
Produktion: Bill Kong, Hsu Li Kong, Ang Lee

400 Jahre alt ist das wertvolle Schwert, das den beiden Martial-Arts-Kriegern Li Mu Bai (Chow Yun Fat) und Yu Shu Lien (Michelle Yeoh) gestohlen wird. Nach einer atemberaubenden Verfolgungsjagd quer über die Dächer findet Lien heraus, wer der maskierte Dieb ist: Jen (Zhang Ziyi), die schöne, wilde Gouverneurs-Tochter bewundert seit langem das freie und unabhängige Leben der Schwertkämpfer. Mit der legendären Waffe will sich Jen ein freies Leben erkämpfen und damit einer von ihrer Familie arrangierten Zwangsheirat entgehen. Die Kampftechnik der Martial-Arts-Krieger beherrscht sie schon seit langem im Geheimen. Was Jen aber nicht weiß: ihre Lehrmeisterin Jade Fox ist eine raffinierte und langgesuchte Mörderin. Und mit dieser hat Li Mu Bai noch eine uralte Rechnung offen ...

Nach den internationalen Erfolgen SINN UND SINNLICHKEIT, DER EISSTURM und dem amerikanischen Bürgerkriegsepos RIDE WITH THE DEVIL inszenierte Regisseur Ang Lee mit TIGER & DRAGON seinen ersten rein chinesischen Film seit DAS HOCHZEITSBANKETT. Mit dem für zehn Oscars nominierten TIGER & DRAGON erzielte Lee vier der begehrten Auszeichnungen, unter anderem in den Kategorien "Bester Ausländischer Film" und "Beste Ausstattung".

Extras

  • Audiokommentar von Regisseur Ang Lee & Drehbuchautor James Schamus

Technische Angaben

Bild: 2,35:1 (anamorph)
Sprachen/Ton: Deutsch, Mandarin-Chinesisch (5.1 Dolby Digital, dts)
Untertitel: Deutsch

Rezensionen

film-dienst | | film-dienst.kim-info.de
Tiger & Dragon - Der Beginn einer Legende
von Daniel Kothenschulte

Längst gehört das chinesische Kung-Fu-Kino zu einer vergangenen Epoche. Als sich zu Beginn der 80er-Jahre in Hongkong die Tore des riesigen Studiogeländes der mächtigen Shaw Bros. schlossen, um alsbald kleinen, unabhängigen Produzenten das Feld zu überlassen, da wiederholte sich, was in Hollywood zwei Jahrzehnte zuvor geschehen war: Mit dem Ende des Studiosystems ging eine grundlegende Wandlung einher, die einer unverhofften künstlerischen Erneuerung gleichkam. Nichts war mehr wie vorher, und die klassischen Genres überlebten nur in Zitatform. Doch so, wie der Spätwestern seine klassischen Vorläufer noch einmal in pathetische Höhen trieb, bemächtigten sich Martial-Arts-Zauberer wie King Hu und Tsui Hark ihres Lieblingsgenres und transformierten es zu nie gekannter Größe. „Ein Hauch von Zen“ (fd 23 417) machte auch im Westen jedem klar, mit welcher Kunstform man es beim vermeintlichen Kampfsportkino zu tun hatte. Jetzt ist auch dieser Genreableger wieder Geschichte, und mit dem Abstand einer weiteren halben Generation erfährt nun auch das Kino King Hus sein Revival aus zweiter Hand. Ang Lee (geb. 1954) nähert sich in „Tiger and Dragon“ den Helden seiner Kindheit wie sich Sergio Leone einst dem Western näherte: mit einer Liebeserklärung, die das Objekt der Verehrung verschlingt und, gänzlich verwandelt, wieder zum Vorschein bringt. Obwohl Lee seine ersten Filme in Taiwan drehte, lernte er sein Handwerk in den USA. Hollywood hat längst das Faszinosum des Hongkonger Actionkinos für seine Zwecke adaptiert; nicht von ungefähr ist mit Martial-Arts-Regisseur Yuen Wo-ping, einer der Hauptverantwortlichen des Kultfilms „Matrix“ (fd 33 720), mit von der Partie, während das Drehbuch durch die Hände des Hollywood-Routiniers James Shamus ging. Das Ergebnis unterzieht seine Referenzen einer so gründlichen Schönheitskur, dass es am Ende kaum mehr mit ihnen gemein hat als Disneys „Mulan“ (fd 33 412) mit chinesischem Kino. Aber wer wollte das ernstlich bedauern? Lees Film erinnert daran, was eine chinesische Kochlehrerin einmal sagte: dass man in China eben nie so gut essen könne wie in einem deutschen China-Restaurant. Hier gäbe es nun einmal die besseren Zutaten.

Wer nie der Handlung chinesischer Actiondramen folgen konnte, braucht sich keine Sorgen mehr zu machen: Das Drehbuch folgt der klaren Struktur des Hollywood-Kinos. Mui Bai, ein in die Jahre gekommener Wutan-Krieger, hat sein Schwert in die Obhut seiner unausgesprochenen Liebe Shu Lien gegeben, selbst eine versierte Kämpferin. Streng bewacht, wird es dennoch gestohlen: Mit der Diebin Jen liefert sich Mui Bai ein grandioses Duell in den zarten Baumkronen eines Bambuswaldes. Die ungestüme junge Kriegerin ist die Schülerin einer Erzfeindin Mui Bais, doch mehr als alles andere steht sie für einen von allen Traditionen befreiten modernen Lebensstil. Ihre Unabhängigkeit ist auch Shu Lien ein Dorn im Auge, dennoch auch eine Mahnung an die Freiheit, die sie sich selbst stets versagt hat. Noch dazu lässt Jen ihre Hochzeit platzen und flüchtet zu ihrem Geliebten in die Wüste. Aber kann sich eine hoch begabte Kämpferin aller Verantwortung entziehen?

Man muss schon ein hart gesottener Purist des alten Hongkong-Kinos sein, um sich der Leichtigkeit, ja Zärtlichkeit dieser Annäherung zu verschließen. Der leise Kampf in den Baumwipfeln gehört schon jetzt zu den klassischen Augenblicken des Genres: Nicht anders als Gene Kelleys Tanz durch die Pfützen, Fred Astaires Aneignung der Zimmerdecke oder Mary Poppins’ Dachfirst-Eroberung träumt auch Ang Lee den schönsten aller Kinoträume - keine andere Kunst kann de Betrachter derart entfesseln und an die Freiheit des Traumtänzers glauben lassen. Ang Lee ist an die asiatischen Wurzeln zurückgekehrt und beliefert die Filmkultur in den so genannten entwickelten Ländern mit „Frischem, Neuem und Aufregendem. In China haben wir zum ersten Mal die Möglichkeit, Kunstfilme zu machen, und im Westen herrscht diese Neugier. Ich hoffe nur, dass dies keine flüchtige Mode ist“. Selbst wenn es nur eine Mode wäre, so hätte sie nun ihren zeitlosen Klassiker hervorgebracht!

Angaben zum Vertrieb

DVD im Handel seit 01.05.05
Bst.-Nr. 501100, EAN 4006680034133

Diesen Titel gibt es in weiteren Varianten:

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