Werner Herzog

Der Filmautodidakt Werner Herzog gilt vielen Kritikern als Grenzgänger des internationalen Kinos. Einerseits hat er wie kaum ein anderer versucht, seine fiktionalen Stoffe um jeden Preis in authentischer Atmosphäre zu inszenieren. Andererseits hat er dem Dokumentarfilm in seinem künstlerischen Schaffen mindestens ebensoviel Raum gegeben wie der Fiktion. Gerade in den letzten zwanzig Jahren hat sich Werner Herzog bevorzugt diesem Format zugewandt.

Biografie

Werner Herzog wurde 1942 unter dem Namen Werner H. Stipetic in München geboren. Ohne Zugang zu Kommunikations- und Unterhaltungsmedien wuchs er in Oberbayern auf. Nach einem abgebrochenen Studium ging er in die USA. Seinen ersten Kurzfilm „Herakles“ drehte Herzog bereits im Alter von 19 Jahren. Für sein Drehbuch „Feuerzeichen“, das später unter dem Titel „Lebenszeichen“ verfilmt wurde, erhielt er 1964 den Carl-Mayer-Preis. Mit dem Preisgeld realisierte er seinen Film „Spiel im Sand“. Durch weitere Regie- und Autorenprämien gelang es ihm in den folgenden Jahren, Filme wie „Auch Zwerge haben klein angefangen“ (1970), „Land des Schweigens und der Dunkelheit“ (1971) und „Aguirre, der Zorn Gottes“ (1972) zu produzieren.

Durch seinen Arbeitsstil wurde Herzog von der Kritik als Vertreter des Neueen Deutschen Films gesehen. Herzog lehnte die neuen deutschen Filme jedoch als „zu provinziell“ und „ideologisch“ ab und versuchte bereits früh, ein internationales Publikum zu erreichen.
„Aguirre, der Zorn Gottes“, gedreht im peruanischen Dschungel, war die erste Zusammenarbeit mit Klaus Kinski, eine Verbindung, die künstlerisch zwar sehr erfolgreich war, menschlich jedoch wiederholt alle Grenzen sprengte. Herzog wurde später mit Bewunderung aber auch Unverständnis nachgesagt, dass er der einzige Regisseur gewesen sei, der Kinskis Talent zu kanalisieren wusste. Unter großen Anstrengungen realisierten die beiden Filme wie „Nosferatu – Phantom der Nacht“ (1979) oder „Fitzcarraldo“ (1982).
Viele seiner Operninszenierungen und Dokumentarfilme sind dem deutschen Publikum dagegen weitestgehend unbekannt geblieben, mit zwei großen Ausnahmen: „Gasherbrum – Der leuchtende Berg“ (1985), das eindringliche Porträt über den Extrembergsteiger Reinhold Messner, und „Mein liebster Feind“ (1991), die persönliche Nachzeichnung seiner Beziehung zu Klaus Kinski. Werner Herzog hat dabei nie zwischen Fiktion und Dokumentation unterschieden, vielmehr verstand er seine Filme als Mischform. Wichtig war ihm stets nur eines: „Wirklich Kinogeschichten erzählen ist etwas, dass immer im Kino das erste und letzte aller Dinge sein wird.“

Filmografie

Filmografie (Auswahl)

Grizzly Man (2005)
The White Diamond (2004)
Mein liebster Feind (1999)
Cobra Verde (1987)
Fitzcarraldo (1982)
Nosferatu – Phantom der Nacht (1979)
Kaspar Hauser – Jeder für sich und Gott gegen alle (1974)
Aguirre, der Zorn Gottes (1972)
Lebenszeichen (1968)