Originaltitel
Whale Rider
Produktionsland
Deutschland / Neuseeland
Produktionsjahr
2002
Genre
Drama, Family
Lauflaenge ca. 97 min.
FSK 6

Darsteller
Keisha Castle-Hughes
Rawiri Paratene
Vicky Haughton
Cliff Curtis

Stab
Regie: Niki Caro
Drehbuch: Niki Caro (Buchvorlage: Witi Ihimaera)
Kamera: Leon Narbey
Produktion: Tim Sanders, John Barnett, Frank Hübner

Der Schöpfungsmythos der Maori-Siedlung Whangara erzählt vom Urahn Paikea, der auf einem Wal nach Neuseeland kam. Seither geben die männlichen Nachfahren den Namen weiter. Die 12-jährige Pai kämpft um den Titel – gegen die Ablehnung ihres geliebten Großvaters, Stammesoberhaupt Koro.

Neuseelands erfolgreichster Spielfilm wurde 2002 auf dem Toronto International Film Festival und 2003 auf dem Sundance Film Festival, dem Rotterdam Film Festival und dem San Francisco Film Festival ausgezeichnet. Keisha Castle-Hughes wurde als Beste Hauptdarstellerin für den Oscar® nominiert.

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Extras

  • Hinter den Kulissen
  • Probeaufnahmen
  • Geschnittene Szenen mit Kommentar von Niki Caro
  • Booklet
  • Trailer

Technische Angaben

Bild: 2,35:1 (anamorph)
Sprachen/Ton: Deutsch, Englisch (5.1 Dolby Digital)
Untertitel: Deutsch

Rezensionen

film-dienst | | film-dienst.kim-info.de
Whale Rider
von Oliver Rahayel

Nahezu aussichtslos scheint der Kampf gegen die Traditionen der Maori Neuseelands zu sein, erst recht für ein Mädchen, das Stammesführer werden will. Die Mutter legt schon einen gewissen Wagemut an den Tag, als sie ihre Tochter Pai nennt, nach Paikea, dem mythischen Vorfahren der Maori, der einst auf einem Wal zum Inselreich geritten kam. Für den grantigen Großvater und Stammesführer Koro ist beides eine Schande, der weibliche Nachfahre und der Name. Also macht er sich daran, unter der männlichen Jugend des Dorfes einen Nachfolger zu suchen, indem er die Jungs in eigens ins Leben gerufenen „Workshops“ zu Kämpfern alter Schule ausbildet. Pai trifft eigentlich keine Schuld, doch ist sie nur nachgerückt, als ihr Zwillingsbruder im Kindbett starb; aber sie ist ein eigenwilliges und kluges Kind, das seinem Großvater, nachdem sich der Vater im Streit auf und davon gemacht hat, seine Fähigkeiten und damit seine Liebe zeigen will. Dass Pai heimlich die heiligen Kampftechniken lernt, macht ihn zunächst nur wütend. Als dann die noch heiligeren Wale an den Strand gespült werden, scheint das Ende der Welt nahe. Genau das aber ist der Augenblick, in dem Pai zeigen kann, was in ihr steckt.

In guter Erinnerung ist Kee Tamahoris „Die letzte Kriegerin“ (fd 31 528) geblieben, der auf drastisch-realistische Weise die Entwurzelung der Maori thematisierte. Die neuseeländische Regisseurin Niko Caro, die bisher vorwiegend fürs Fernsehen tätig war, geht – mit deutscher finanzieller Beteiligung – fast den umgekehrten Weg. Auf der Grundlage eines in ihrer Heimat bekannten Romans des Maori Witi Ihimaera schuf sie ein Werk, das augenzwinkernd die heilsamen Veränderungen in der von Traditionen geprägten Maori-Gesellschaft zeigt: das leise Aufbegehren vor allem der Frauen gegen die patriarchalisch auftretenden alten Herren, die alle Weisheit ihres Volkes für sich in Anspruch nehmen, aber auch der jungen Männer, die andere Sorgen haben als sich einer Ganzkörpertätowierung zu unterziehen. Gleichzeitig illustriert die Regisseurin in überwältigenden Bildern die Lebendigkeit der Mythen und Legenden, die in der Welt der Maori allgegenwärtig sind. Im Mittelpunkt stehen die Meeressäuger, deren Wohl und Weh der Legende nach in direktem Zusammenhang mit dem der Maori steht. Tatsächlich brechen zum Zeitpunkt, an dem die Wal an den Strand geschwemmt werden, die dörflichen, vor allem aber die familiären Konflikte derart auf, dass die Rettung schon eines kleinen Wunders bedarf.

„Whale Rider“ ist nämlich auch ein Märchen. Es erzählt von einer kleinen Prinzessin, der ihr König und Großvater den zukünftigen Thron streitig macht, weil sie ein Mädchen und auch noch renitent ist, und so müssen ihr die Freunde und die Tiere beistehen. Niki Caro findet für diese entzückende, ebenso heitere wie berührende Geschichte traumhafte Bilder, die genau zwischen Alltagswirklichkeit und Mythenüberbau ausbalancieren. Satte Farben und großzügige Räume prägen die Breitwandbilder, untermalt von einem delirierenden Soundtrack. Dazu kommen immer wieder die originalgetreu wiedergegebenen farbenprächtigen Rituale der Maoris. Erzählt wird die Geschichte aber nicht zuletzt durch die Gesichter des Films. Rawiri Paratene, der den Großvater spielt und u. a. bereits in „Rapa Nui“ (fd 30 876) zu sehen war, überzeugt ebenso wie Cliff Curtis, der nach „Die letzte Kriegerin“ in Hollywood Karriere gemacht hat und Pais Vater verkörpert. Besonders überrascht das Mädchen Keisha Castle-Hughes, das angeblich aus 10.000 Bewerberinnen ausgewählt wurde, als Pai, mit seinem natürlichen und zugleich gewitzten Spiel.

Angaben zum Vertrieb

DVD im Handel seit 12.10.07
Bst.-Nr. 501919, EAN 4006680042688

Diesen Titel gibt es in weiteren Varianten:

DVD
D / NZ 2002
R: Niki Caro

Bewegender Einblick in die Maori-Kultur, deren Überlebenskampf von Generationskonflikten geprägt ist.

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