Wim Wenders

Als einer der wenigen deutschen Regisseure hat sich Wim Wenders auch international einen Namen gemacht. Abseits vom Hollywood-Mainstream hinterfragt er den Mythos Amerika und führt die amerikanischen und europäischen Filmtraditionen zu einem ganz eigenen Stil zusammen. Atmosphärische Momentaufnahmen, bildgewaltige Landschaftspanoramen und poetische Reflexionen verdichtet Wenders zu anspruchsvollen Arbeiten über einsame Menschen auf der Sinnsuche und ihre subjektiven Realitätserfahrungen. Road Movies, Dokumentationen, Filmessays und Literaturadaptionen zählen zum vielseitigen, genreübergreifenden Werk des Autorenfilmers.

Biografie

1945 in Düsseldorf geboren, begann Wim Wenders zunächst ein Studium der Medizin, Philosophie und Soziologie. Anschließend ließ er sich an der neu gegründeten Hochschule für Film und Fernsehen in München ausbilden. Das Gründungsmitglied des Filmverlags der Autoren gab 1972 mit Peter Handkes „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ sein Spielfilmdebüt. Mit „Der scharlachrote Buchstabe“ (1973) folgte erneut eine Literaturverfilmung. „Alice in den Städten“ markierte 1974 Wenders' Durchbruch. „Falsche Bewegung“ (1975) und „Im Lauf der Zeit“ vollendeten die Reise-Trilogie.
„Der amerikanische Freund“, nach einem Kriminalroman von Patricia Highsmith und mit Dennis Hopper und Bruno Ganz hochkarätig besetzt, machte Wenders 1977 auch in den USA bekannt. Mit „Nick’s Film: Lightning Over Water“ setzte er 1980 seinem an Krebs erkrankten Regiekollegen Nicholas Ray ein filmisches Denkmal. In „Der Stand der Dinge“ (1982), in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet, reflektierte er kritisch die Schaffensbedingungen des Filmbusiness. 1984 inszenierte Wenders „Paris, Texas“, der u.a. in Cannes mit der Goldenen Palme, dem Preis der Ökumenischen Jury und dem FIPRESCI-Preis belohnt wurde und zu seinen größten kommerziellen Erfolgen zählt.
„In weiter Ferne, so nah!“ knüpfte 1993 an Wenders' Erfolgsfilm und Cannes-Preisträger „Der Himmel über Berlin“ (1987) an. Gemeinsam mit Regie-Ikone Michelangelo Antonioni inszenierte Wenders 1995 „Jenseits der Wolken“. Auch Künstlerdokumentationen wie „Aufzeichnungen zu Kleidern und Städten“ (1989) über den japanischen Modemacher Yohji Yamamoto und das Oscar®-nominierte Musikerporträt „Buena Vista Social Club“ (1999) zählen zu Wenders’ umfangreichem Schaffen.
In den letzten Jahren inszenierte Wenders so unterschiedliche Werke wie das Post-9/11-Drama „Land of Plenty“ (2004), das Road Movie „Don’t Come Knocking“ (2005) und zuletzt „Palermo Shooting“.

Filmografie

Filmografie (Auswahl)

Palermo Shooting (2008)
Don't Come Knocking (2005)
Buena Vista Social Club (1999)
Jenseits der Wolken (1995)
In weiter Ferne, so nah! (1993)
Der Himmel über Berlin (1987)
Paris, Texas (1984)
Der amerikanische Freund (1977)
Alice in den Städten (1974)