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Am Dienstag kann man die "Goldene Eintrittskarte" für Charlie und die Schokoladenfabrik lösen

Betreten auf eigene Gefahr: Am Dienstag, dem 2. Dezember, läuft der buntböse Charlie und die Schokoladenfabrik von Tim Burton in der Reihe "Best of Cinema" in ausgewählten Kinos.

28. November 2025

"Ich würde alles dafür geben, für nur einen Blick in diese fantastische Fabrik." Wenn in Geschichten von Roald Dahl oder in Filmen von Tim Burton Sätze wie dieser fallen, sollte man aufpassen. Be careful what you wish for …

Die Geschichte von Charlie und die Schokoladenfabrik des exzentrischen Willy Wonka ist natürlich allseits bekannt und seit Jahrzehnten etabliertes Kulturgut. Roald Dahl veröffentlichte sie zuerst 1964 als Kinderbuch – mit Illustrationen von Quentin Blake. In Deutschland entwickelte sich eine Übersetzung von Inge M. Artl und Hans Georg Lenzen mit Zeichnungen von Horst Lemke zum Beststeller.

Dahl erzählt darin von einer mysteriösen, für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Schokoladenfabrik, dessen Produkte die Welt in Verzücken versetzt. Viel weiß man nicht, außer das Wonka ein verschlossenes, exzentrisches Genie sein soll und angeblich kleine Wesen als Arbeiter einsetzt.

Aber dann ermöglicht der Hausherr eines Tages fünf Kindern den Besuch: Wonka versteckt dafür goldene Eintrittskarten in ausgewählten Schokoladentafeln. Der in Armut lebende Charlie Bucket wünscht sich sehnlichst, so ein Ticket zu gewinnen. Seine Familie legt dafür zusammen und kauft ihm eine Tafel Schokolade als Geschenk. Aber er hat Pech. Dann erfährt Charlie von den ersten vier Gewinner:innen. Augustus Glupsch – ein esssüchtiger Deutscher. Die verwöhnte, reiche und cholerische Veruca Salt aus England. Violetta Beauregarde aus Georgia – eine von der Mutter auf Ehrgeiz getrimmte Kampfsportlerin. Und der hochintelligente, gerne in virtuelle Welten flüchtende Mike Teavee aus Colorada. Charlie ist enttäuscht und wandert traurig durch die Straßen. Dort findet er ein wenig Geld, kauft sich davon eine Tafel Schokolade – und gewinnt das letzte Ticket.

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Was dann passiert, eignet sich natürlich perfekt für die Leinwand. Zuerst verfilmte Mel Stuart 1971 das Kinderbuch – mit Gene Wilder in der Rolle des Willy Wonka. Präsenter ist aber für viele die Verfilmung von Tim Burton mit Johnny Depp aus dem Jahr 2005. Wie auch in Dahls Geschichte wird Kindern hier eine ganze Menge zugemutet. Die kleinen Helferlein, Umpa-Lumpas genannt, sind nur auf den ersten Blick niedlich. Wonka ist lange Zeite eine verschlagene, schräge, traumatisierte, Empathie-arme Figur, der man nicht trauen sollte. Und das vermeintliche Märchenland im inneren der Fabrik ist ebenso bunt wie böse.

Burton erzählte damals dem Magazin "Blickpunkt: Film" im Interview, dass es ihm nie darum gegangen sei, "ein Remake des alten Films zu machen. Vielmehr wollte ich an die Wurzeln der Geschichte. Sie war eines der ersten Bücher, das ich als Kind las, und die Story ist mir in Erinnerung geblieben. Ich mag den Humor und die Schärfe, die Dahl in seine Worte legte. Deshalb ist das Buch zum Klassiker geworden."

Was Tim Burtons Film schon früh die Patina eines modernen Kinoklassikers einbrachte, ist die Tatsache, dass er sich nicht dem Hollywood-Hype um digitale Techniken beugte, sondern seine Produzenten überzeugte, zur Not auch echte Eichhörnchen zu besorgen und einen echten Fluss aus Schokolade zu bauen. Wobei er zugibt, dass es "eine Flüssigkeit, die nach echter Schokolade aussieht" gewesen sei. "Sie war sogar essbar, aber niemand wollte…". Die Umpa-Lumpas allerdings sind auch für Burton nicht extra im Gen-Labor entstanden – sie wirken durch klassische Kulissen- und Kameratricks so klein.

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Burtons Charlie und die Schokoladenfabrik wurde aber auch ein Hit, weil Burton und Johnny Depp damals ein eingespieltes Team waren. Kein Wunder, war es doch der bereits vierte Film mit der beiden. Im "Blickpunkt: Film"-Interview sagte Burton über Depp: "Ich erinnere mich noch gut, als ich ihn das erste Mal traf. Er war ein Idol für Teenies, doch innerlich fühlte er ganz anders. Deshalb war es ihm ein Bedürfnis, Edward mit den Scherenhänden zu spielen. Er ist in Wirklichkeit genauso sonderlich wie die Figuren, die er spielt. Ich habe mich auch immer als Außenseiter empfunden. Ich glaube, das verbindet uns."

Klar, wenn man Depp heute auf der Leinwand oder im TV sieht, muss man immer ein wenig die Bilder verdrängen, die sich bei der Berichterstattung über ihn und Amber Heard ins Hirn gebrannt haben, aber vor allem im Kino gelingt das ziemlich gut, wenn Burton uns in die faszinierende Welt des Willy Wonka zieht.

Deshalb ist es uns eine große Freude, dass Charlie und die Schokoladenfabrik von Tim Burton am kommenden Dienstag in ausgewählten Kinos in der Reihe "Best of Cinema" laufen wird. Alle Infos, (leider doch keine goldenen) Tickets und teilnehmenden Kinos finden Sie hier.

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