Beginnen wir mit einer Reihe, die wir immer wieder gerne lesen: Der spanische Regisseur schreibt nämlich nicht nur seine Filme, sondern oft auch die Pressemappen dazu. Darin finden sich so einige Schmuckstücke – kurze essayistische Überlegungen oder auch mal Interviews mit sich selbst. In diesem Text erklärt er, warum La Mala Educación – Schlechte Erziehung ein sehr persönlicher Film für ihn ist.
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Kurz vor Pedro Almodóvars Geburtstag am 25. September 2024 erschien bei ARTHAUS die Best of Pedro Almodóvar Box mit zehn seiner besten Filme. Darin findet man: Alles über meine Mutter, Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs, High Heels – Die Waffen einer Frau, La Mala Educación – Schlechte Erziehung, Leid und Herrlichkeit, Live Flesh – Mit Haut und Haar, Mein blühendes Geheimnis, Parallele Mütter, Sprich mit ihr und Volver – Zurückkehren. Wir haben uns mit großer Freude hineingeworfen und diese drei Dinge gelernt (natürlich waren es noch ein paar mehr, aber wir wollten nicht gleich alles vor seinem 75. Geburtstag verfeuern).
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Fast jeder große Regisseur hat bei uns schon mal das Horoskop gelesen bekommen. Über die Waage Almodóvar wissen wir zum Beispiel, dass er Sternzeichen-gemäß eine geradezu überbordende Kreativität und eine nie versiegende Lust am spielerischen Umgang mit sämtlichen Künsten hat. Außerdem sollen Waagen einen direkteren Draht zu himmlischen Geschöpfen haben als viele andere Menschen.
Tja, die einen glauben an die Götter, die anderen werden von ihnen verhätschelt. Der in ästhetischen Fragen nicht nur begnadete sondern auch äußerst sendungsbewusste Almodóvar bestätigt diese Attribute seines Tierkreiszeichens und hat die astrologischen verbrieften Talente sogar zum Beruf gemacht: Das exzessive Dekorieren der eigenen vier Wände spiegelt sich jedenfalls in den Kulissen seiner Filme. Jedes Filmset ein Blick durchs Schlüsselloch.
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Natürlich kommt diese Liste nicht ohne einen Almodóvar aus. Wir haben uns dabei für eine Szene entschieden, die in Strange Way Of Life zu sehen ist.
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Ein weiterer Schatz aus seinen Presseheften. Über Volver – Ein Geständnis schreib der Regisseur zum Beispiel: "Volver (was so viel wie "zurückkommen" heißt) ist ein Titel, der für mich mehrere Arten des Zurückkommens bedeutet. Ich bin zurückgekehrt, ein bisschen mehr, zur Komödie. Ich bin in die Welt der Frauen zurückgekehrt, nach La Mancha (zweifellos ist dies mein am stärksten von La Mancha geprägter Film, die Sprache, die Bräuche, die Innenhöfe, die Nüchternheit der Fassaden, das Kopfsteinpflaster in den Straßen). Ich arbeite wieder mit Carmen Maura zusammen (nach siebzehn Jahren), mit Penélope Cruz, Lola Dueñas und Chus Lampreave. Ich bin zur Mutterschaft zurückgekehrt, als Ursprung des Lebens und der Fiktion. Und natürlich bin ich auch zu meiner Mutter zurückgekehrt. Wenn ich nach La Mancha zurückkehre, ist das immer eine Rückkehr zur mütterlichen Brust."
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In diesem Text schauen wir auf das Frühwerk von Almodóvar – genauer auf die Filme Das Kloster zum heiligen Wahnsinn (1983), Das Gesetz der Begierde (1987), Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs (1988) und Kika (1993). Über letztgenannten schreiben wir: "Der Titel des letzten Films in unserer Liste hat natürlich hierzulande einen gewissen Witz, wo doch der größte Kinder-TV-Sender den gleichen Namen trägt. Almodóvars Kika ist aber alles andere als kinderfreundlich. Hier gibt es bizarre, schwarzhumorige Sexszenen, in denen zur Missionarsstellung noch Deeptalk, Klatsch & Tratsch und Fotosessions gereicht werden. Titelgebend und handlungstragend ist die von Veronica Forqué gespielte Kika, die inmitten von Gewalt, Verrat, Vergewaltigung und perversen chauvinistischen Machtspielen immer noch versucht, einen Lächeln und einen positiven Blick auf das Leben zu bewahren. Ein erzählerischer und moralischer Grenzgang, den so wohl nur ein Almodóvar hinbekommt."
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Und noch ein Essay vom Meister himself. Hier schreibt er noch einmal über La Mala Educación – Schlechte Erziehung und erklärt, warum der Film "die Geschichte eines dreifachen Dreiecks (die beiden Schüler und der Schuldirektor)" ist. "Mehrere Geschichten, die wie russische Puppen ineinander versteckt sind, obwohl sie eigentlich nur eine einzige Geschichte sind."
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"Basiert der Film auf meinem Leben? Nein, und ja, auf jeden Fall." So sagte es der spanische Regisseur, Produzent und Drehbuchautor Pedro Almodóvar über seinen aktuellen Film Leid und Herrlichkeit mit Antonio Banderas und Penélope Cruz. Ein Zitat, das ebenso gut zu unserer heutigen "Playlist danach" passt. Denn auch hier sei die Frage erlaubt: "Basiert sie auf seinem Leben und seinem Filmschaffen?" Die Antwort ist ein klares: "Nein, und ja, auf jeden Fall."
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Bitteres Fest startet am 30. Juli in den deutschen Kinos.