Charlie Chaplin

Charlie Chaplin ist der König des Slapstick und zweifellos einer der einflussreichsten Komiker des 20. Jahrhunderts. Er verband physischen Slapstick mit poetischen Geschichten, das herzhafte Lachen mit einer leisen Träne. Seine Tramp-Figur wurde zu einer Ikone der Filmgeschichte – ihr Markenzeichen ein quadratisches Oberlippenbärtchen, eine zerbeulte Melone, zu weite Hosen, ein dünnes Bambusstöckchen und Watschelgang wegen der viel zu große Schuhe. Chaplin war Produzent, Schauspieler, Drehbuchautor, Komponist, Cutter und Regisseur seiner Filme: ein komödiantischer Autorenfilmer par excellence.

Biografie

Charles Spencer Chaplin wird am 16. April 1889 in London geboren. Seine Kindheit verbringt er in Armenhäusern und geht mit einer Varieté-Truppe auf Tournee. Er kommt mit dem Theater in Berührung und tritt einer Music-Hall-Truppe bei, deren Tournee ihn 1910 erstmals in die USA führt. 1913 schließt Chaplin einen einjährigen Vertrag mit der New Yorker Filmgesellschaft Keystone ab. „Making A Living“ wird der erste Film mit Charlie Chaplin. Er dreht 35 Kurzfilme für Keystone, meist ist er für Buch, Regie und Schnitt verantwortlich. 1915 entwickelt er die Tramp-Figur, die fortan sein Markenzeichen wird. Chaplin ist längst ein Star des jungen Mediums. Nach diversen Wechseln der Produktionsfirmen schließt er im Juni 1917 den ersten Millionen-Vertrag der Filmgeschichte ab – mit First National, für die er 1921 seinen ersten Langfilm „Der Vagabund und das Kind“ realisiert. Gemeinsam mit Mary Pickford, Douglas Fairbanks und D.W. Griffith gründet er 1919 United Artists. „Die Nächte einer schönen Frau“ (1923) wird die erste United-Artists-Produktion. Lange verweigert sich Chaplin dem Tonfilm und dreht weiter seine stumme Slapstick-Poesie. Erst in „Moderne Zeiten“ (1936) ist erstmals Chaplins Stimme zu hören, aber zunächst nur in einem Lied mit Nonsens-Sprache. Chaplins erster Dialogfilm wird „Der große Diktator“ (1940). Dessen Europapremiere findet 16. Dezember 1940 in London inmitten der deutschen Luftangriffe statt. Während der Dreharbeiten zu „Monsieur Verdoux“ (1947) erhält Chaplin diverse Ankündigungen zur Vorladung durch den Ausschuss zur Untersuchung unamerikanischer Umtriebe. Doch erst in seinem Film „Ein König in New York“ (1957) kritisiert er schonungslos die antikommunistischen Hetzkampagnen des Senators Joseph McCarthy. Chaplins letzter Film wird „Die Gräfin von Hongkong“ (1967) mit Marlon Brando und Sophia Loren. Chaplin selbst tritt nur kurz als seekranker Stewart, wieder ohne Dialog, auf. 1971 erhält er den Ehrenpreis für sein Lebenswerk in Cannes, 1972 seinen Stern auf dem Walk of Fame sowie den Ehren-Oscar®. Am 15. Oktober 1977 stirbt Charles Chaplin in seinem Haus am Genfer See.

Filmografie

Die Gräfin von Hongkong (1967)
Ein König in New York (1957)
Rampenlicht (1952)
Monsieur Verdoux – Der Frauenmörder von Paris (1947)
Der große Diktator (1940)
Moderne Zeiten (1936)
Lichter der Großstadt (1931)
Der Zirkus (1928)
Goldrausch (1925)
Die Nächte einer schönen Frau (1923)
Der Pilger (1923)
Der Vagabund und das Kind (1921)
Gewehr über! (1918)
Ein Hundeleben (1918)
Die Rollschuhbahn (1916)
Der Tramp (1915)
Der Champion (1915)