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5 Dinge, die Sie vielleicht noch nicht über Oldboy wussten

Der südkoreanische Kultfilm Oldboy von Park Chan-wook steht im Mittelpunkt seiner Rache-Trilogie, die man gerade komplett bei ARTHAUS+ sehen kann. Hier kommen fünf unterhaltsame wie spannende Fakten, die vielleicht nicht allen geläufig sind.

22. Juli 2026

1. Der südkoreanische Kultfilm erzählt einen japanischen Manga

Wie so oft bei extremen koreanischen oder japanischen Filmen, lernt man irgendwann, dass auch Oldboy auf einem Manga basiert. Der heißt "Old Boy", stammt von Autor Garon Tsuchiya und Zeichner Nobuaki Minegishi und wurde zuerst zwischen 1996 und 1998 veröffentlicht. Während die Storyline gleich bleibt, verlegte Park Chan-wook die Handlung von Tokio nach Seoul.

Schon erstaunlich, das ein Film, der eindeutig zur so genannten "Hallju" gezählt wird – so nennt man die "koreanische Welle" extrem erfolgreicher Popkultur aus dem kleinen Land – eine japanische DNS hat. Wobei sich Park Chan-wook zwar an die originale Story hält, sein Film aber natürlich eindeutig von den koreanischen Schauspieler:innen, Kulissen und kulinarischen Eigenheiten (wir sagen nur: Oktopus) geprägt wird. Die deutsche Ausgabe des "Old Boy"-Mangas ist übrigens im Carlsen Verlag erschienen und noch immer erhältlich.

Die deutsche Manga-Ausgabe ist bei Carlsen erschienen.

Die deutsche Manga-Ausgabe ist bei Carlsen erschienen.

2. Der Erfolg von Oldboy hat Park Chan-wook vielleicht etwas feministischer gemacht

Etwas böse könnte man behaupten, Oldboy habe ein ähnliches Schicksal erlitten wie zum Beispiel Fight Club oder Joker: All diese Filme haben sich ein großes, toxisch-männliches Publikum eingespielt, das darin nur sieht, was es sehen will und diese Filme aus den falschen Motiven feiert.

Park Chan-wook sagte im Interview zum Oldboy-4K-Release dazu: "Viele furchterregende Männer kamen nach Oldboy auf mich zu und sagten mir, dass sie Fans meiner Filme seien. Einige wollten gar, dass ich ihnen einen Hammer signiere, wie ihn Oh Dae-su benutzt. Der Grund, warum ich meinen nächsten Film, Lady Vengeance, gedreht habe, war eigentlich genau dieser Grund." Er haben danach mehr Frauen in den Vordergrund stellen wollen – was er bis heute beibehalten habe.

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3. Der Regisseur hätte nicht gedacht, dass viele ausgerechnet die Oktopus-Szene am ekligsten finden

Oh Dae-su wird im Laufe der 120 Minuten viel Gewalt angetan – psychisch wie körperlich. Aber er selbst ist natürlich auch nicht zimperlich. Kein Wunder also, dass Oldboy ein Level an Gewalt zeigt, das manchmal nur schwer auszuhalten ist. Trotzdem war es eben nicht die Hammer-Szene, die viele schockte, oder der Flashback des Bösewichts Lee Woo-jin, oder der Part, in dem Oh Dae-su einem Widersacher nach und nach die Zähne ausreißt – nein, am meisten Diskussionen gab es über den Moment, in dem Oh Dae-su zum ersten Mal wieder in Freiheit ist, ein Restaurant besucht und eine südkoreanische Spezialität bestellt.

In einem Interview mit dem Filmkritiker Isaac Feldberg erzählte der Regisseur ein wenig verwundert: "Die Reaktion des internationalen Publikums, die mich am meisten überrascht hat, betraf die Szene mit dem lebenden Tintenfisch. Von Anfang an hatte ich eine sehr klare Vorstellung davon, was Dae-su, der seit 15 Jahren keinen Kontakt zu einem Lebewesen hatte, als Erstes essen wollen würde. Er würde wütend an einem zappelnden Lebewesen nagen und es verschlingen wollen."

Das Essen, das als Koreaner am besten zu diesem Konzept passt, sei natürlich lebender Tintenfisch, meint Park Chan-wook. "Aber ich hatte nicht darüber nachgedacht, wie ein nicht-koreanisches Publikum darauf reagieren würde. Letztendlich wurde es eine extrem groteske Szene."

Der Regisseur stellt aber auch klar, dass in Korea nicht alle lebende Tintenfische zerkaufen. "Tatsächlich gibt es viele Koreaner, die lebenden Tintenfisch nicht ertragen können. Und selbst wenn man ihn isst, würde man ihn niemals wie im Film im Ganzen verzehren. Das ist wahrscheinlich eine sehr gefährliche Handlung. Man kann sogar daran ersticken. Es gab sogar einen echten Mordfall, bei dem jemand seinen Partner auf diese Weise getötet hat. Ich hoffe wirklich, dass es keine Amerikaner gibt, die glauben, Koreaner würden sich einfach einen großen, lebenden Tintenfisch in den Mund stecken."

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4. Obwohl im Film dezent CGI zum Einsatz kommt, wurde tatsächlich ein echter Oktopus verspeist – beziehungsweise: vier Oktopusse.

In Oldboy werden digitale Effekte sehr dezent eingesetzt. Zum Beispiel in der Szene, in er Oh Dae-su halluziniert, dass ihm Ameisen durch die Arme kriechen. Aber auch im legendären Flur-Fight, den er mit seinem Hammer bestreitet, ist das Messer in seinem Rücken keine Requisite sondern ein nachträglich eingefügter CGI-Effekt.

Mit diesem Wissen wäre es ja eigentlich schlüssig, dass Schauspieler Choi Min-sik auch einen digital nachbearbeiteten Gummi-Oktopus verspeist hätte. Aber: Die Tiere waren tatsächlich echt. Park Chan-wook sagte in einem Interview, dass "[Choi Min-sik] vor jedem Take zum Tintenfisch betete und sich bei ihm entschuldigte." Der Darsteller ist nämlich Vegetarier und Buddhist. Vier Takes habe es gebraucht.

5. Es gibt nicht nur Spike Lees Neuverfilmung von Oldboy

Zehn Jahre nach der koreanischen Verfilmung des Mangas, wagte sich bekanntlich auch Spike Lee an den Stoff und holte die Story nach New Orleans. Weniger bekannt ist allerdings eine weitere Verfilmung namens Zinda aus dem Jahr 2006. Die indische Bollywood-Produktion, die natürlich nicht auf die Genre-üblichen Tanzszene verzichtet, scherte sich auch nicht darum, die Rechte zu klären, was natürlich einem internationalen Kinostart oder Vertrieb im Wege steht.

Die wenigen englischsprachigen Reviews in Reddit-Foren oder Online-Medien sind ziemlich vernichtend und kommen selten ohne Adjektive wie "schrecklich" oder "billig" aus. Sehr amüsant ist auch eine Review der Spike-Lee-Version auf der englischsprachigen indischen Plattform "rediff". Dort findet man die vernichtende Headline: "Spike Lee's Oldboy is like Zinda, all over again." Autsch.

Den echten Oldboy von Park Chan-wook und die komplette Rache-Trilogie gibt es gerade bei ARTHAUS+.

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DK

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