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Lieblingsszenen: Die Concierge aus The Producers

Mel Brooks’ schräge Komödie aus dem Jahr 1968 über ein Nazi-Musical als kalkuliertes Verlustgeschäft ist ein Klassiker. Denn absurderweise gerät die Show Frühling für Hitler zum Riesenerfolg… Brooks’ Film wiederum wurde selbst vor 20 Jahren sehr erfolgreich am Broadway adaptiert. Höchste Zeit für ein Wiedersehen, auch mit der zuvorkommenden Concierge…

19. Mai 2021

The Producers – Frühling für Hitler ist der perfekte Film für die Zeit der Steuererklärungen. Jene Wahnsinnsidee, die dem abgewrackten Theaterproduzenten Max Bialystock zu Reichtum verhelfen soll, entspringt schließlich einer cleveren Bilanzfälschung. Auf die Idee kommt der Prüfer Leo Bloom beim Blick in Bialystocks Bücher. Sie werden partners in crime: Bloom lockt die Welt des Theaters, den Bühnenmakler die Aussicht auf ein sorgenfreies Leben. Seit geraumer Zeit hält sich Bialystock nämlich damit über Wasser, ältere Damen auszunehmen und mittels ihrer Finanzspritzen einen Flop nach dem anderen zu produzieren. Dafür erwarten die Ladies allerdings auch gewisse Zuwendungen…Blooms Einfall verspricht einen Ausweg aus dem Dilemma. Ein kalkulierter Misserfolg soll her, wobei die Gönnerinnen jeweils mit bis zu 100% am Gewinn beteiligt sind. Diese Art Crowdfunding verspricht schnelles Geld – sehr viel und sehr schnelles Geld. Sie hat nur einen Nachteil: Falls das Stück tatsächlich gut beim Publikum ankäme, so wäre es unmöglich, sämtlichen Geschäftspartnerinnen den ihnen jeweils zustehenden Anteil am Reibach auszuschütten. Deswegen gehen Bialystock und Bloom vermeintlich auf Nummer Sicher. Nach der Lektüre unzähliger Skripte bleiben sie am deutschen "Autor" Franz Liebkind hängen. Dessen Machwerk enthält Zeilen wie "Be a smartie, join the Nazi Party!" – es ist nichts anderes als ein bizarres Spektakel als Hommage an Hitler und das Dritte Reich.

Bizarres Broadway-Spektakel © Studiocanal

Bizarres Broadway-Spektakel © Studiocanal

Es ist wahrlich nicht leicht, eine einzelne Lieblingsszene aus The Producers – Frühling für Hitler herauszusuchen. Der Film beginnt furios, er bleibt furios, er steigert sich furios und er endet furios. Wer ihn schon mindestens einmal gesehen hat, dürfte sich an Bialystocks imaginäre "Hold Me Touch Me"-Autofahrt, Leo Blooms hysterischen Anfall oder die gemeinsame Bootstour der neuen Männerfreunde erinnern, bei der Leo Bloom die Schönheit der Freizeit entdeckt. Vom herrlich lächerlichen Hitler-Casting oder der Show selbst mit ihren grotesken Songs und Choreografien ganz zu schweigen.

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Aber unser Favorit ist doch jene Szene kurz vor dem ersten Zusammentreffen von Bialystock, Bloom und dem Stahlhelm-bewährten Liebkind. Am Eingang zum Haus, auf dessen Dach er "schmutzige und alles vollscheißende" Tauben züchtet, wartet nämlich zunächst eine "Concierge" auf die beiden Broadway-Glücksritter. Ja, Concierge. Einen schöneren Ausdruck hat man noch nicht gefunden auf der Welt für die Rolle der wachsamen Fensterbänker*innen, die auch beim Nichtstun immer auf dem Posten sind. Madelyn Cates verkörpert diese so alltägliche Figur, die in vielen Nachbarschaften eine doch recht gewichtige Rolle spielt, noch dazu mit einem jener fulminanten Auftritte einer Nebendarstellerin, die so manchem Film das gewisse Etwas verleihen. Fast zu schnell vergessen, um nicht für immer in Erinnerung zu bleiben. So großartig das Ensemble auch ist, das Regisseur Mel Brooks in The Producers aufbietet: Cates muss sich weder neben Zero Mostel, noch neben Gene Wilder und auch nicht neben Estelle Winwood oder Kenneth Mars verstecken. Pardon, haben wir Madelyn Cates gesagt? Wir meinten natürlich die… Concierge.

WF

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