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Wie im Himmel und Wie auf Erden von Kay Pollack als Special Edition

Die zwei Filme des Regisseurs Kay Pollack über einen schwedischen Kirchenchor und die Menschen, die diesen ausmachen, sind nun zum ersten Mal in einem Package erschienen. Beide Filme setzen zwar auf charismatische Haupdarsteller*innen, sind aber musikalisch wie erzählerisch eine Chorleistung.

News/Neu erschienen 07. Juni 2021

Der schwedische Regisseur Kay Pollack hatte 18 Jahre lang keinen Kinofilm mehr rausgebracht, als ihm mit Wie im Himmel 2005 ein Überraschungserfolg glückte. Das gefühlvolle Drama mit satirischen Untertönen über einen Dorf-Kirchenchor entwickelte sich zum viel geliebten Publikumserfolg und sammelte zahlreiche Nominierungen – unter anderem für einen Oscar als "bester fremdsprachiger Film", wo Wie im Himmel allerdings gegen Das Meer in mir von Alejandro Amenábar zurückstecken musste.

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Kay Pollack erzählt die Geschichte des berühmten Dirigenten Daniel Daréus, der nach einem Herzinfarkt seine Karriere beendet und in das Dorf seiner Kindheit, Ljusåker im Norden Schwedens, zieht. Mikael Nyqvist spielt diesen Mann als melancholischen Suchenden, der zunächst unerkannt durch die Kulisse seiner Kindheit wandelt und immer wieder sagt, er wolle vor allem "zuhören". Aber die junge Verkäuferin Lena (Frida Hallgren) zieht ihn mit ihrer Lebenslust und ihrem begeisterten Engagement für den Kirchenchor langsam ins Leben und vor allem in die Musik zurück.

Der Film und die zahlreichen Schicksale, Probleme und Geschichten, die Pollack oft nur andeutet, kreisen um diesen Chor und die heilende Kraft der Musik. Das klingt ein wenig pathetisch und ist es manchmal auch – aber Pollack schafft es, im ganzen Film eine passende Balance zu halten und vor allem die Intrigen und Liebeleien des Dorflebens perfekt zu erzählen. Wie im Himmel ist bei aller Dramatik im Herzen ein Feelgood-Film und das auch und vor allem, weil Pollack den Zuschauenden eben kein Happy End gönnt – und Daniel Daréus in den letzten Minuten des Films stirbt. Immerhin mit einem Lächeln im Gesicht.

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Man verzeihe den Spoiler, der fast zwanzig Jahre später ja nun wirklich keiner mehr sein dürfte. Und Daniels Tod ist eben die Prämisse für die Fortsetzung Wie auf Erden, die zehn Jahre später in die Kinos kam. Frida Hallgren als Lena und Pollacks Ensemble fangen das Fehlen von Mikael Nyqvist problemlos auf. Und die Figur des Chorleiters Daniel Daréus bleibt weiterhin präsent, als im Dorfleben nachklingende Inspiration und als Vater jenes Kindes, das Lena während eines Folk-Konzerts per Frühgeburt auf die Welt bringt. Ausgerechnet Daniels alter Gegenspieler – der knurrige Pfarrer Stig, der inzwischen zum Alkoholiker geworden ist – hilft bei der Notgeburt. Er kommt die Idee, Lena mit der Aufführung von Händels "Halleluja" zur Wiedereröffnung der restaurierten Dorfkirche zu beauftragen – sehr zum Missfallen der Kirchenfunktionäre.

Noch mehr als der Vorgänger wird Wie auf Erden auch filmisch zu einer Chorleistung, in der Pollack und seine Frau – die mit ihm das Drehbuch schrieb und leidenschaftliche Chorsängerin ist – ein ganzes Dorf mitsamt seinen Schicksalen und Geschichten in Szene setzt.

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DK

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