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"Benedict Cumberbatch spielt Louis Wain … miau!"

Der britische Maler ist dank seiner berühmten Gemälde vermenschlichter Katzen so etwas wie der Erfinder des Cat Content. Nun läuft Die wundersame Welt des Louis Wain im Kino und erzählt die Geschichte seines Lebens.

21. April 2022

Mit einem Katzenbild kann man heute alles sagen. GIFs, Memes, Geburtstagskarten – die wundersame Wirkung des Cat Content hat die analoge und digitale Welt erobert. Ihren kulturellen Siegeszug traten die mal samten bepfoteten, mal scharf bekrallten Haus- und Hoftiger schon früh an: in Comic-Büchern, Zeichentrick-Serien und Animationsfilmen. Inzwischen sind sie aus Internet, Kino und angrenzenden Disziplinen der Bewegtbildkunst so wenig wegzudenken wie aus vielen Sofa- und Straßenecken dieser Erde. Bei nicht wenigen Menschen weckt Katzenmusik wie die folgende Kindheitserinnerungen.

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Gerade ihre Eiganarten und starken Charaktere machen Katzen für die Bühne und die Leinwand attraktiv. Denken Sie an unterschiedliche Figuren wie Jerrys ewigen Gegenspieler Tom, Fritz the Cat, die Aristocats, Garfield oder Grumpy Cat, die asiatische Winkekatze oder das Gefauche aus Nachbars Garten. Die Vermenschlichung von Katzen hat hierzulande mit dem unvergesslichen Claim "Katzen würden Whiskas kaufen" Fernsehgeschichte geschrieben, als Werbung noch Reklame hieß. Doch bereits im späten 19. Jahrhundert schuf ein Mann nachhaltige Katzenbilder, die man als Selbstporträts mit Katzenfilter bezeichnen könnte, lange bevor so etwas wie Katzenfilter erfunden wurden.

Cat Content überall: Benedict Cumberbatch und Claire Foy © Studiocanal

Cat Content überall: Benedict Cumberbatch und Claire Foy © Studiocanal

Die Geschichte des 1860 geborenen und 1939 verstorbenen britischen Malers Louis Wain ist, wie die Geschichte so vieler Genies, ein bewegendes Drama mit tragischen Höhepunkten und überraschenden Wendungen. Mit seinen eigentümlichen Katzenbildern und Comics erlangte er Anfang des 20. Jahrhunderts eine gewisse Berühmtheit, allerdings hatten ihn zu diesem Zeitpunkt schon herbe persönliche Schicksalsschläge wie der Krebstod seiner Ehefrau getroffen, deren Verarbeitung man in seinen immer wilder erscheinenden (und teils bizarr anmutenden) Katzen-Kunstwerken zu entdecken glaubt. Schließlich wird er in eine Nervenheilanstalt eingewiesen. Wains Katzen sind Wesen aus der Psyche und Reisen in das Unbewusste, wenn man den zu Wains Lebzeiten umtriebigen Sigmund Freud zurate ziehen möchte, den man sich wiederum sehr gut beim Entspannen mit Wain-Comics in der Hand vorstellen kann (Freud starb ebenfalls 1939 und wurde damit etwa vier Jahre älter als Wain).

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Man darf den Erfolg des Malers Louis Wain eben einerseits als viktorianischen Medienhype bezeichnen und andererseits als Erkundung der menschlichen Seele mit tierischen Mitteln. Will Sharpes Biopic mit Benedict Cumberbatch und Claire Foy in den Hauptrollen spiegelt dieses historische Phänomen auf phänomenal unterhaltsame Weise. Kein Zweifel, Die wundersame Welt des Louis Wain würden sich sogar Tom und Jerry gemeinsam anschauen, während sie sich einen Eimer Popcorn teilen. Das Meisterwerk würde selbst Grumpy Cat ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Wer da nicht vor Freude maunzt, den beißen die Hunde.

WF

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