Im Mittelpunkt des neuen Films Ink von Danny Boyle stehen der Chefredakteur Larry Lamb (Jack O‘ Connell) und der umstrittene Medienmogul Rupert Murdoch (Guy Pearce), die mit der Zeitung "The Sun" quasi den britischen Journalismus veränderten. Oder, wie es ein schwer zu übersetzender Slogan des Films sagt: "They broke the news." Was natürlich meint: Sie waren oft die ersten, die eine News setzten – und sie zertrümmerten das News- und Zeitungsgeschäft, wie man es vorher kannte.
Larry Lamb (Jack O’Connell) an den Druckerpresse, die jede Nacht "The Sun" druckten. © Studiocanal
ls Danny Boyle den Film Anfang Oktober auf dem Zürich Film Festival zeigte, erklärte er auf der Bühne: "Ink hat ein fantastisches, sehr erfolgreiches Theaterstück von James Graham als Vorlage, aber wir hatten trotzdem große Mühe, das Geld aufzutreiben, um daraus einen Film zu machen."
Boyle sagte dann mit einem wissenden Grinsen: "Ich glaube, das lag vielleicht ein bisschen daran, dass wir aus dem Leben von Rupert Murdoch erzählen. Das Theaterstück hat ihm angeblich gefallen, ich glaube nicht, dass er vom Film genauso begeistert sein wird." Später fügte er noch hinzu: "Ach ja, es kann übrigens sein, dass Sie heute eine etwas andere Version sehen, als die, die nächstes Jahr im Kino laufen wird." Das wird ab dem 14. Januar der Fall sein – da ist der offizielle Kinostart von Ink in Deutschland, der in diesem neuen Trailer verkündet wurde:
Danny Boyle findet – und das würden viele unterschreiben: "Lamb, Murdoch und ihr Team haben sozusagen Clickbait erfunden, noch bevor wir ein Wort dafür hatten oder wussten, was es bedeuten wird. Die moderne Aufmerksamkeitsökonomie begann genau dort. Denken Sie mal drüber nach: Der mächtigste Mann der Welt, Donald Trump, lügt jeden Tag und jede Minute. Jemand sagt ihm die Wahrheit, und er behauptet, das sei eine Lüge oder Fake News. Und umgekehrt sagt er, das sei die Wahrheit, obwohl es wahrscheinlich eine Lüge ist. Man fragt sich dabei schnell: Wie sind wir nur so weit gekommen? Und ich glaube, es begann hier im Jahr 1969, als sich diese beiden Männer in einem Restaurant in London trafen." Was Boyle aus dieser Begegnung und ihren Folgen macht, ist als Film tatsächlich zeitgemäßer, als uns lieb ist: Man fühlt sich jedenfalls mehr als einmal an unsere aufgeheizte moderne Medienwelt erinnert, die heute noch ganz andere technische Mittel hat.
Vielleicht bekommt der Film allerdings auch noch einen Schub, weil der neue James Bond eine Hauptrolle spielt. Jack O' Connell – den wir natürlich schon seit Skins lieben – ist angeblich noch immer ein heiß gehandelter Kandidat. Danny Boyle meinte jedenfalls auch in Zürich: "Ich finde, sie sollten ihn als James Bond nehmen". Wir werden sehen, wie es ausgeht. Bis dahin erliegen wir seinem diabolisch-bübischen Charme als Larry Lamb in Ink.
DK