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Ständchen für eine Ikone: Happy Birthday, Mrs. Monroe!

Die Doku Love, Marilyn zeichnet ein authentisches Porträt des großen Hollywoodstars, der am 1. Juni 100 Jahre alt geworden wäre.

01. Juni 2026

Einerseits ist es korrekt, andererseits stimmt auch nicht so ganz, wenn man am 1. Juni 2026 schreibt, dass auf den Tag genau vor 100 Jahren der Filmstar Marilyn Monroe geboren wurde. Jene Marilyn Monroe, die man heute als Schauspielerin, Filmikone und vermutlich berühmtestes "Sexsymbol" des 20. Jahrhunderts kennt, war schließlich eine Kunstfigur, die sie im Alter von zwanzig Jahren zu entwickeln begann. Ihr eigentlicher Vorname Norma Jeane verschwand, als Nachnamen wählte fortan sie den Mädchennamen ihrer Mutter. Die hatte zwar eine Zeitlang als Filmcutterin in einem Kopierwerk gearbeitet, dennoch war der Weg ins Filmgeschäft für Marilyn Monroe alles andere als vorgezeichnet.

Ihre Kindheit verbrachte Norma Jeane/ Marilyn an diversen Orten unter wechselnder Obhut, schon früh wurde sie von mehreren älteren Männern und Jungen missbraucht. 1944 arbeitete sie in einer Rüstungsfabrik und wurde bei Fotoaufnahmen zu Propagandazwecken und zur Unterhaltung von Soldaten als außergewöhnliche Erscheinung mit schauspielerischem Talent entdeckt.
Bevor sie zum großen Leinwandstar avancierte – den Aufstieg über Agenturen und Hollywoodstudios bewältigte sie bald wie im Flug, die passenden Rollenangebote zur rechten Zeit taten ihr Übriges –, punktete sie mit ihrem Intellekt und ihrer Schlagfertigkeit. Als ältere Aktfotos von ihr auftauchten, konterte sie den sich anbahnenden Skandal: "It’s not true I had nothing on. I had the radio on." Nicht nur eine sehr gewitzte, auch eine feministische Punchline.

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Noch heute ist Marilyn Monroe vor allem als popkulturelles Phänomen bekannt, der Mensch dahinter scheint auf alle Ewigkeit irgendwo in den Kulissen versteckt. Mit Marilyn Monroe verbindet man stärker ein bestimmtes Image als irgendeinen Film, geschweige denn spezielle Gedanken oder Emotionen. Neben Filmen wie Blondinen bevorzugt oder Manche mögen's heiß assoziiert man mit ihr am ehesten ihre Frisur oder das denkwürdige Geburtstagsständchen für John F. Kennedy 1962 mitsamt der heute legendären Songzeile "Happy Birthday, Mr. President". Dabei gäbe es noch so viel zu entdecken. Monroe pflegte ihr viel zu kurzes Leben lang eine starke Affinität zum Schreiben, verstand es blendend, sich mit Worten ins Verhältnis zur Welt zu setzen.

Weit nach ihrem mysteriösen Tod 1962 entdeckte Tagebücher, Briefe und Gedichte gaben intime Einblicke ins Leben hinter der Glamourfassade. Regisseurin Liz Garbus inszenierte für ihre Doku Love, Marilyn diese äußerst persönlichen Texte 50 Jahre später auf geniale Weise: Sie ließ sie von zeitgenössischen Hollywood-Stars vortragen, darunter Uma Thurman, Adrien Brody, Glenn Close, Lindsay Lohan und Marisa Tomei. So erhielt Marilyn Monroes Stimme noch mehr Gewicht, während sie gleichzeitig als facettenreicher Mensch und vielseitige Künstlerin zur Geltung kommt.

WF

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