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Ladykillers: Schöne Bescherung

Wie sagen wir so gern: Once more with Ealing. Die 1950er-Komödie aus dem Kultstudio hält bis heute Überraschungen bereit. Fürs Publikum und die ach so gewiefte Gangsterbande… Jetzt digital restauriert in 4K!

23. Dezember 2020

Wie schon mal erwähnt an dieser Stelle: Verbrechen zahlt sich im Kino meistens aus – für die Zuschauer*innen. Wenn es in Form einer so gewitzten Komödie wie Ladykillers daherkommt. Alexander Mackendrick führte 1955 Regie, aber dem Allstar-Ensemble um Alec Guinness, Peter Sellers, Herbert Lom und Cecil Parker wäre es durchaus zuzutrauen gewesen, den Film auch unter Verzicht auf einen Regisseur zu jenem diebischen Vergnügen zu machen, das die Coen-Brüder 2004 zu einem kongenialen Remake inspirierte. Die Version von Joel Coen und Ethan Coen zählt ganz nebenbei zu den Schlüsselwerken der beiden. Wenn Sie ihn sich quasi als Begleitmaterial zum Original anschauen, werden Sie feststellen, dass die Coens die liebevolle Beschäftigung mit (und Neuinterpretation der) Filmgeschichte bis ins letzte Detail und mit viel Fingerspitzengefühl verfolgen. Nichts verkommt, alles wird wiederverwertet in den Händen solcher Meister.

Da kann man nur doppelt froh sein, wenn man es mit einer derart meisterhaften Vorlage (übrigens nach einem Roman von William Rose) zu tun hat. Pünktlich zum Fest und zum 65-jährigen Jubiläum dieser vortrefflichen schwarzen Komödie um Professor Marcus und sein angebliches Streichquintett auf Raubzug kommt jetzt hier die erste 4K Restaurierung mit viel Bonusmaterial als Special Edition auf DVD und Blu-ray. Unter den Extras befindet sich auch die Doku Forever Ealing über jenes Kultstudio, das Ladykillers porduzierte. Einen Klassiker, den The Guardian nicht zu Unrecht als »fast makellos« bezeichnete. Obwohl…warum eigentlich fast?

Das formidable Ensemble hat es faustdick hinter den Ohren… © Studiocanal

Das formidable Ensemble hat es faustdick hinter den Ohren… © Studiocanal

In jeglicher Hinsicht Vollkommen ist jedenfalls die Darbietung der damals 77-jährigen Katie Johnson als Mrs. Wilberforce (in der Adaption der Coens brilliert Irma P. Hall als Marva Munson glücklicherweise ebenso). Sie verkörpert den menschlichen Faktor, der einen genialen Plan zunichte macht. Plan? Er ist so einfach wie zum Scheitern verurteilt: Eine Bande von Bankräubern quartiert sich bei der alten Dame ein, um in Ruhe einen Geldtransporter-Überfall vorzubereiten. Getarnt sind die Gangster als Streichquintett, doch die Musik aus dem "Proberaum" kommt nur vom Band. Vielleicht hätten sie sich besser etwas anderes überlegt, denn die Ladykillers treffen mit Mrs. Wilberforce auf eine Killerlady. Falls Sie also noch auf der Suche nach einem Film sind, mit dem Sie an Weihnachten oder zwischen den Jahren etwas Zeit totschlagen müssen…gönnen Sie sich diese im wahrsten Wortsinne schöne Bescherung.

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WF

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