Leid und Herrlichkeit, Lara und Apocalypse Now – Final Cut beim Filmfest München

Das Filmfest München ist ein Festivalklassiker, der auch 2019 wieder neue Impulse setzt. Ein gezielter Blick auf unsere Filme und was von ihnen zu erwarten ist.

Filmgeschichten 01. Juli 2019

Das Filmfest München ist eine der wichtigsten Adressen im internationalen Festivalzirkus. Top-Stars wie Antonio Banderas schauen gerne in der Kinometropole vorbei. Banderas ist es im Fall von Leid und Herrlichkeit (Start: 25.07.2019) sogar ein ganz persönliches Bedürfnis. Schließlich spielt er in diesem bunt ausgestatteten aber von viel Melancholie durchzogenen Drama sozusagen seinen eigenen Mentor.

In Pedro Almodóvars Labyrinth der Leidenschaften gab Banderas 1982 sein Leinwand-Debüt, es folgten Matador und diverse weitere Zusammenarbeiten des spanischen Dreamteams. Als Banderas dann eine große Hollywoodkarriere hinlegte, wurde dieser Weg von Almodóvar durchaus kritisch beäugt, wie der Schauspieler beim Interviewtermin im Bayerischen Hof erzählt. Er habe erst mal wieder einige Dinge "verlernen" müssen, um jetzt Almodóvars Ansprüchen gerecht zu werden. Der kritische Punkt: Die von Banderas verkörperte Hauptfigur in Leid und Herrlichkeit ist eng mit der Biografie des Regisseurs verknüpft.

Salvador Mallo (Antonio Banderas) © Studiocanal/ El Deseo / Manolo Pavon

Im Gegensatz zu diesem kränkelnden und von einer kreativen Blockade geplagten Filmcharakter zeigt der gut gereifte, beinahe 60-jährige Banderas sich in München bestens in Form – und ist zu Scherzen aufgelegt. Vom ersten Schock hat er sich also offensichtlich gut erholt. Schock? Nun, als er das Drehbuch zu Leid und Herrlichkeit das erste Mal las, sei er doch sehr irritiert gewesen, gibt er unumwunden zu. Ich habe gedacht: "Oh, Almodóvar hat sich ganz nackt gemacht!" Mehr über den filmischen Seelenstriptease und dieses Gespräch erfahren Sie hier im ARTHAUS Magazin kurz vor dem Kinostart. Bitte noch ein wenig Geduld!

Mehr zu vermelden gibt es demnächst auch über die weiteren Filme aus dem Hause ARTHAUS. Gleich zwei faszinierende Filme feiern in München ihre Deutschlandpremiere:

Hauptdarstellerin Corinna Harfouch © STUDIOCANAL / Schiwago Film

Lara erzählt von Musik, verlorenen Träumen und einem besonderen Mutter-Sohn-Verhältnis. Für Jan-Ole Gersters erste Regiearbeit nach seinem erfolgreichen Debüt Oh Boy, der mit sechs LOLAs ausgezeichnet wurde, versammelt sich ein eindrucksvolles Ensemble und Filmteam: In den Hauptrollen sind Corinna Harfouch und Tom Schilling besetzt, begleitet u.a. von Rainer Bock, Volkmar Kleinert, André Jung und Mala Emde.

Lara feiert seine Premiere am Dienstag den 2. Juli im Rahmen des Filmfests München. Anwesend sind Regisseur Jan-Ole Gerster sowie die Hauptdarstellerin Corinna Harfouch (Lara) und Tom Schilling (Viktor) mit weiteren Teammitgliedern.

Martin Sheen in Apocalypse Now © STUDIOCANAL GmbH

Kaum etwas erzählen muss man über das dritte Meisterwerk im Bunde: Apocalypse Now – Final Cut. Präsentiert wird die finale Schnittfassung am Donnerstag, und man darf Spannung erwarten, welche endgültig ausgereifte Fassung Francis Ford Coppola uns präsentieren wird.

Mit 183 Minuten fällt Apocalypse Now - Final Cut in Sachen Laufzeit genau zwischen die 2002 erschienene Redux-Fassung und die Version des Films, die vor genau 40 Jahren in die Kinos kam. Coppola selbst bezeichnet die Version als die beste Version des Films, die man sehen kann: „Die Zuschauer werden diesen Film auf eine Weise sehen, hören und fühlen können, von der ich immer geträumt habe – und das vom ersten Knall bis zum letzten Seufzer.“

Restauriert in 4K, mit Dolby Vision und Dolby Atmos Sound sowohl in der deutschen als auch der OV-Fassung wird der Final Cut am 15. Juli deutschlandweit in den Kinos zu sehen sein.

WF

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