Margarethe von Trotta

Biographie
Filmografie

Starke Frauen, starke Filme

Die deutsche Regisseurin, Drehbuchautorin und Schauspielerin Margarethe von Trotta ist eine Meisterin der eindrucksvollen Frauenrollen. Ihre Filme sind geprägt von den Dynamiken zwischen Frauen – Freundinnen, Schwestern, Kontrahentinnen, Liebenden. Die deutsche Geschichte dient ihr dabei wiederholt als Hintergrund vor dem sich ihre Erzählungen entfaltet.
Bekannt wird sie ursprünglich als Schauspielerin vor allem durch Rollen in Produktionen von Rainer Werner Fassbinder oder Volker Schlöndorff. Ab Ende der 1970er Jahre steht sie selbst hinter der Kamera und avanciert zu einer der renommiertesten Regisseurinnen der Bundesrepublik. Zu Ihren bekanntesten Filmen zählen Die verlorene Ehre der Katharina Blum (1975), Ich bin die Andere (2006) und Hannah Arendt (2012). 1981 wird Margarethe von Trotta als erste Filmemacherin überhaupt für Die bleierne Zeit (1981) mit dem Goldenen Löwen auf den Filmfestspielen Venedig ausgezeichnet.

Margarethe von Trotta wird am 21. Februar 1942 in Berlin als Tochter des Malers Alfred Roloff und seiner Frau Elisabeth von Trotta geboren, mit der sie nach Kriegsende nach Düsseldorf zieht. Ab 1967 nimmt sie mehrere Schauspiel-Engagements an Theatern an, es folgen auch Rollen in Film und Fernsehen. Die Brecht-Adaption Baal (1970) läutet eine andauernde Zusammenarbeit mit dem Regisseur Volker Schlöndorff ein, mit dem Margarethe von Trotta von 1971 bis 1991 verheiratet ist. Sie arbeitet außerdem mit Regisseuren wie Rainer Werner Fassbinder und Herbert Achternbusch zusammen und wird so zu einer der bekanntesten Schauspielerinnen des Neuen Deutschen Films.

Als Co-Regisseurin realisiert sie 1975 mit Volker Schlöndorff die Romanverfilmung von Heinrich Bölls Die verlorene Ehre der Katharina Blum.
Zwei Jahre später dreht Margarethe von Trotta ihren ersten eigenen Film: Das zweite Erwachen der Christa Klages (1978) erzählt die Geschichte einer Kindergärtnerin, die durch einen Banküberfall Geld für den Kindergarten zu beschaffen versucht. Zwei Schwestern stehen im Mittelpunkt von Die bleierne Zeit aus dem Jahr 1981, der auch international zu einem großen Erfolg wird: angelehnt an die Biografien von Gudrun und Christiane Ensslin werden zwei Frauen porträtiert, die unterschiedliche Wege des politischen Engagements wählen. 1986 widmet sich von Trotta der radikalen Freiheitskämpferin Rosa Luxemburg im gleichnamigen Film, die sie auf einfühlsame Weise zeichnet und dabei nicht nur ein Stück Zeitgeschichte inszeniert, sondern sich auch den Gefühlen und Motiven ihrer Titelheldin widmet.

Mit Das Versprechen, einer Liebesgeschichte im geteilten Deutschland, gelingt ihr 1994 ein weiterer Publikumserfolg. Die abhandene Welt (2015) mit Katja Riemann in der Hauptrolle, die auch in Forget About Nick (2017) zu sehen ist, schließt an das Schwestern-Thema der früheren Filme Trottas an. In Vision – aus dem Leben der Hildegard von Bingen (2009) und Hannah Arendt (2012) hatte sich Margarethe von Trotta zuvor wieder wichtigen Frauenfiguren in der Geschichte zugewandt. Ein roter Faden in ihrer Arbeit, den die Jury des ihr am 11. September 2018 verliehenen Theodor W. Adorno Preis folgendermaßen zusammenfasst: „Im Zentrum ihrer künstlerischen Arbeit stehen Frauen, die sich den Brüchen und Zumutungen ihrer jeweiligen Zeit mit großer Intelligenz, persönlicher Stärke und einem dezidierten Willen zur Veränderung der gesellschaftlichen als auch politischen Verhältnisse stellen.“

Auf der Suche nach Ingmar Bergman (Dokumentarfilm) (2018)
Forget About Nick (2017)
Die abhandene Welt (2015)
Hannah Arendt (2012)
Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen (2009)
Ich bin die Andere (2006)
Rosenstrasse (2003)
Das Versprechen (1994)
Zeit des Zorns (1993)
Die Rückkehr (1990)
Fürchten und Lieben (1988)
Felix (1988)
Rosa Luxemburg (1986)
Heller Wahn (1983)

Die bleierne Zeit (1981)
Schwestern oder Die Balance des Glücks (1979)
Das zweite Erwachen der Christa Klages (1978)
Die verlorene Ehre der Katharina Blum (1975)

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