Bild zu Ausstellung zu Jean-Luc Godards Le livre dimage in Berlin

Ausstellung zu Jean-Luc Godards Le livre d'image in Berlin

Vom 10. Februar bis zum 24. April wird im Haus der Kulturen der Welt (HdK) in Berlin die Ausstellung "Sentiments, Signes, Passions" über Godards Filmgedicht Le livre d'image gezeigt.

News 08. Februar 2022

Im Jahr 2018 zeigte Jean-Luc Godard bei den Filmfestspielen in Cannes zum ersten Mal seinen Film Le livre d'image (im Deutschen: Bildbuch). Die Premiere galt damals als ein Höhepunkt des Festivals, obwohl Godard nach vagen Zusagen im Vorfeld am Ende doch nicht persönlich beiwohnte. Trotzdem begeisterte sein 85-minütiger Film das Publikum. Was vielleicht an seinem berechtigten Kultstatus liegt, ganz bestimmt aber eben auch an Le livre d'image. Godard sinniert darin über die großen Fragen, die das Kino der Gegenwart umtreiben sollten. Er verortet das Medium Film im Internet-Zeitalter, er fragt sich, wie es um seine Branche in #MeToo-Zeiten steht, er zeigt, wie der Mensch die Umwelt zerstört und blickt auf die gescheiterten Revolutionen in der arabischen Welt.

Godard widmet sich all diesen übergroßen Themen in einer Art "halluzinogen Collage", wie es "Die Zeit" sehr treffend formulierte. In der Kritik von Wenke Husmann heißt es: "Er montiert Stummfilmszenen mit Buster Keaton und Marion Mack neben Webvideos, die Hinrichtungen durch Islamisten zeigen. Er schneidet geraffte neben gedehnte Sequenzen, digital verzerrte Bilder neben beinahe bis zur Weißblende überbelichtete; dazu einen Ton, der mehr als einmal neben der Spur läuft. Auf Französisch, Englisch, Italienisch, Deutsch, Arabisch. Wie es passt. Manchmal wird auch auf zwei Tonspuren gleichzeitig gesprochen. Es ist eine assoziative, halluzinogene Collage, die dennoch völlig kohärent ist. Ein musikalisches Leitmotiv, fünf Kapitel und ein paar wiederkehrende Metaphern sorgen für so etwas wie Struktur. Eine Erzählung im engeren Sinne gibt es nicht. Auch keine im weiteren Sinne."

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Diesen sehenswerten Filmessay gibt es übrigens noch bis Ende April hier in der ARTE-Mediathek zu sehen. Und man kann ihn in der Ausstellung "Sentiments, Signes, Passions“"im Berliner Haus der Kulturen der Welt in besonderer Form erleben. Fabrice Aragno, Kameramann und Produzent von Le livre d'image hat den Film, in enger Zusammenarbeit mit Godard auf kunstvolle Weise fragmentiert. Die fünf Filmkapitel werden in einer dynamischen Projektion auf 40 Bildschirme verteilt, was den einzelnen Filmteilen eine völlig neue Wucht verleiht und sie aus der zeitlichen Darstellungsform löst.

Alle Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.

DK

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