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Unnützes Filmwissen: Die Kevin-Bacon-Zahl

Wenn man die Leidenschaft fürs Kino mit der Logik der Mathematik verbindet, wird die Welt immer kleiner. Ist das nicht… phänomenal?

20. August 2021

Es ist eine paradoxe Sache mit dem unnützen Filmwissen. Eigentlich gibt es nichts, was man über Filme nicht wissen wollen sollte. Andererseits stecken sie dermaßen voller Details und Ab-, Hinter- und Beweggründen, dass man einiges davon am besten ausblendet, um nicht vollkommen filmverrückt zu werden. Erinnern Sie sich noch an folgende Zeilen von Tocotronic? "Dann wird man was man furchtbar hasst, nämlich Cineast…" Was natürlich vom Sänger der Indie-Rock-Boygroup, Dirk von Lowtzow, in den 1990ern schon mit einer gehörigen Spur Koketterie ins Mikrofon genuschelt wurde. Trotzdem frech. Es sind eben die vielen Kleinigkeiten, an denen man als Cineast*in – ganz egal, ob man sich nun so bezeichnen möchte oder nicht – hängen bleibt, spätestens wenn man einen der Lieblingsfilme zum x-ten Mal gesehen hat. Und, Achtung Binsenweisheit: Genau dort, wo viele nicht hingucken, lauern manchmal die größten Schätze. Wie hätten die Filme von Jean-Luc Godard oder Quentin Tarantino sonst entstehen können? Zudem wird Unnützes Filmwissen nun fast überall großgeschrieben. Es ist zur eigenen Small-Talk- und Fernsehquiz-Disziplin geworden und gehört nicht mehr den Nerds und Fans allein sondern längst zum akademischen Betrieb – last not least ist es eine wundervolle Rubrik in den Social Media-Kanälen von ARTHAUS.

© Studiocanal

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Wer ARTHAUS auf Instagram oder Facebook folgt, kommt nie in die Verlegenheit, zu wenig über Filme erzählen zu können. Nehmen wir als Beispiel Das Schweigen der Lämmer. Darüber wissen Sie schon alles? An exakt wie viele gemeinsame Szenen von Jodie Foster und Anthony Hopkins in Jonathan Demmes stilprägenden Thriller erinnern Sie sich denn so? Und woher stammt eigentlich der Totenkopf auf der Motte auf dem Filmplakat? Tja, wer sagt immer "Was man nicht in der Schule lernt, das lernt man am besten aus Filmen"? Na, wir sagen das! Aber mit den jüngsten Grafiken ist das Unnütze Filmwissen von ARTHAUS in eine völlig neue Dimension eingetreten. Schauen sie sich mal die Tafeln zur Kevin-Bacon-Zahl genauer an, wir studieren sie schon seit Tagen, als handelte es sich um historische Artefakte einer virtuellen Ausgrabungsstätte. "Die Kevin-Bacon-Zahl ist die Länge der kürzesten Kette von Schauspielern, die gemeinsam in einem Film spielen, zu Kevin Bacon. Sie ist ein Beispiel des Kleine-Welt-Phänomens." Da wäre man wohl nie draufgekommen, wäre Kevin Bacon nicht für die einen der auffälligste unauffällige Schauspieler Hollywoods, für die anderen aber so etwas wie der Mittelpunkt der Filmwelt, mit dem immer zu rechnen ist.

© Studiocanal

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Das von Stanley Milgram entdeckte Kleine-Welt-Phänomen ("Ich kenne jemanden, der kennt jemanden, der wiederum jemanden kennt…") lässt sich aber nicht nur auf Kevin Bacon anwenden, der in diesem System selbstverständlich die Bacon-Zahl 0 trägt, während alle, die direkt mit ihm zusammen in einem Film dabei sind, die Zahl 1 erhalten und alle, die mit Kolleg*innen mit der Bacon-Zahl 1 gemeinsam in einem Film mitwirken, jedoch nie mit Kevin Bacon persönlich im selben Ensemble auftauchen, die Bacon-Zahl 2 – und so weiter. Nein, solche Zusammenhänge lassen sich auch einfach mit Filmen herstellen. Seinen allerersten Kinoauftritt hatte Kevin Bacon übrigens in John Landis’ Ich glaub’, mich tritt ein Pferd. Das wussten Sie natürlich schon. Aber wie viele Menschen kennen Sie, die diesen Film gesehen haben – und wie viele kennen diese Menschen, die ihn auch gesehen haben?

Na?

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Die Welt mag ja klein sein, aber man kann sich herrlich in ihr verlieren…

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WF

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