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Neu bei ARTHAUS+: Schamloses vom Kübelkind

Auf unseren Channels von ARTHAUS+ bei Amazon Prime und Apple TV gibt es schon jetzt über 250 Filme und Serien aus allen möglichen Genres. Und es werden immer mehr. Ab sofort zum Beispiel: Shame, Parade, Willkommen bei den Sch’tis und Geschichten vom Kübelkind.

News/Neu erschienen 20. November 2021

Geschichten vom Kübelkind

Die Kübelkind-Speisekarte haben wir Ihnen ja bereits schon einmal in unserem Magazin serviert. Ula Stöckl und Edgar Reitz drehten ihre Geschichten vom Kübelkind 1969 ausschließlich mit Freund*innen. Mit ihrer Serie von 22 16-mm-Kurzfilmen unterschiedlicher Länge positionierten sie sich radikal außerhalb des Systems Kino – es entstanden abstrus-witzige, subversivanarchische Kurzfilme unterschiedlichster Länge, die sich bewusst und mit verblüffendem Erfolg jeder Konvention widersetzten. In ihrem dadaistischen Ideenreichtum sind sie bis heute unerreicht.

Das Kübelkind als Blickfang jeder Demo. © Edgar Reitz Filmstiftung. Alle Rechte vorbehalten.

Das Kübelkind als Blickfang jeder Demo. © Edgar Reitz Filmstiftung. Alle Rechte vorbehalten.

Parade

Der letzte Film von Jacques Tati wirkt wie eine heitere Hommage an das lebendige Spektakel und beschwört die Anfänge des großen Künstlers im Varieté. Quer durch eine Zirkusvorstellung zum Mitmachen erweckt Tati seine Pantomimen zu neuem Leben und sorgt für den Übergang zwischen den Nummern der Musiker, Jongleure, Magier und Akrobaten, indem er zu Monsieur Loyal vom Stockholmer Zirkus geworden ist. Im Auftrag des schwedischen Fernsehens und mehrheitlich auf Video gedreht, wurde Parade dennoch fürs Kino konzipiert. Tati übergibt so den Stab an zahlreiche junge Artisten, denen er gern seine Erfahrung vermittelte. Je mehr die Vorstellung fortschreitet, desto weniger sichtbar sind die Grenzen, die das Vorher und Nachher, die Künstler, die Techniker und die Zuschauer trennen.

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Shame

Michael Fassbender spielt den Mittdreißiger Brandon. Der erfolgreiche Geschäftsmann sieht gut aus, weiß sich zu kleiden, ist erfolgreich im Beruf und bei den Frauen, lebt in einem superschicken Apartment in New York. Eine feste Beziehung hat er nicht, stattdessen lebt er seine Sexsucht aus, zu jeder Zeit, an jedem Ort. Als seine chaotische, unsichere Schwester Sissy (Carey Mulligan) bei ihm auftaucht, werden sein Leben und seine Sucht zusehends komplizierter – und nach und nach leerer, weil seine Sucht keine Rücksich auf Zwischenmenschlichkeiten nimmt. Regisseur Steve McQueen sagte zum Release des Films in einem Zeit-Interview: "Ich habe im Internet Berichte über Menschen gelesen, die regelmäßig Sex brauchen, um den Tag zu überstehen. Das fand ich sehr interessant, weil mir bisher, wenn ich über Süchte nachdachte, nie diese in den Sinn gekommen ist. Sie involviert ja zwangsläufig andere Menschen – darin habe ich den Stoff für ein interessantes Drama gesehen." Genau das hat er schließlich daraus gemacht: Ein interessantes Drama, das den Namen Shame zurecht trägt.

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Willkommen bei den Sch'tis

Wie sehr wir Danny Boon lieben, haben wir ja schon mal in diesem Text über Micmacs – Uns gehört Paris gestanden. Hier führt der Schauspieler allerdings diesmal auch Regie und hat mit Willkommen bei den Sch'tis 2008 nicht nur eine Kultkomödie geschaffen – und den Franzosen eine Menge Running Gags beschert ("merchi" dafür!) –, sondern auch einen der kommerziell erfolgreichsten Filme Frankreichs. Die Geschichte, die in Frankreich mehr Zuschauer*innen fand als der damals aktuelle Star Wars und zuvor Titanic spielt in der Region Nord-Pas-de-Calais, die innerhalb Frankreichs als besonders lebensfeindlich und abgehängt gilt und zudem noch mit dem schwer verständlichen Sch'tis gezeichnet ist – einer dem Französischen nahen galloromanische Sprache. Für die deutsche Synchronisation erfand man kurzerhand einen eigenen Dialekt, der – was man bei Synchronisationen ja nicht immer sagen kann – durchaus gelungen ist.

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Hier gibt es alle Informationen zu ARTHAUS+ auf Apple TV und hier geht’s zum Channel bei Amazon.

DK

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