Eric Rohmer

Biographie
Filmografie

Der Meister des Dialogs

Eric Rohmer gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der französischen Nouvelle Vague. Als zentrales Thema seiner Filme wählt Rohmer immer wieder Liebe und Beziehungen und eröffnet dem Zuschauer einen intensiven Blick auf die Mimik und Gestik sowie Gedanken und Emotionen seiner Charaktere. Dadurch werden Rohmers Charaktere zu geistreichen, widersprüchlichen und sympathischen Figuren, dessen Handeln für den Zuschauer zugänglich und nachvollziehbar ist. Weniger der Plot an sich als die präzise Auseinandersetzung mit dem menschlichen Sein sind für Rohmer von zentraler Bedeutung. Während Rohmer oftmals für das langsame Tempo und die scheinbare Einfachheit seiner Filme kritisiert wurde, verleiht genau das seinen Filmen eine faszinierende Zeitlosigkeit und Beständigkeit.

Als Jean-Marie Maurice Schérer wurde Eric Rohmer 1920 in der kleinen Stadt Nancy in Lorraine geboren. Nachdem Rohmer in Paris klassische Literatur studierte, arbeitete er als Literaturlehrer und war nebenher zudem als Schriftsteller und Journalist tätig. In Paris lernte er die baldigen Nouvelle Vague Vertreter Jean-Luc Godard, François Truffaut und Jacques Rivette kennen. Schnell entdeckte Rohmer seine Liebe zum Film und begann für renommierte Zeitungen Filmkritiken zu schreiben. Zusammen mit Godard und Rivette gründete er 1950 die legendäre Filmzeitschrift "Cahiers du Cinéma". Zu dieser Zeit benutzte er erstmals das Pseudonym Eric Rohmer, welches einerseits von dem Schauspieler und Regisseur Erich von Stroheim sowie von dem Schriftsteller Sax Rohmer inspiriert wurde. Mit diversen Kurzfilmen und Beiträgen für das Schulfernsehen näherte sich Rohmer 1950 seiner Karriere als Regisseur, bis er 1959 mit Im Zeichen des Löwen (1959) sein Filmdebüt drehte.

Nachdem es zunächst wieder still um Rohmer wurde, eröffnete er 1962 mit dem Kurzfilm Die Bäckerin von Monceau (1962) seinen ersten Filmzyklus unter dem Namen Sechs moralische Erzählungen. Bis 1972 realisierte er fünf weitere Filme, wovon der dritte Film Meine Nacht bei Maud (1969) zu einem überraschenden Publikumserfolg wurde und Rohmer zu einer Oscar®-Nominierung verhalf. 1981 legte er mit Die Frau des Fliegers (1981) den Grundstein für einen weiteren sechsteiligen Filmzyklus namens Komödien und Sprichwörter. Der aus diesem Zyklus stammende Film Pauline am Strand (1983) gewinnt 1982 auf der Berlinale den Silbernen Bären. Mit Frühlingserzählung (1990) begann Rohmers dritter und letzter Filmzyklus, welchen er unter dem Namen Erzählungen der vier Jahreszeiten veröffentlichte und mit Herbstgeschichte (1998) abschloss. Seinen kostspieligsten Film inszenierte Rohmer im Alter von 81 Jahren mit dem Historiendrama Die Lady und der Herzog (2001). In einem Interview in 2004 verkündete Rohmer mit den Worten „Nun habe ich kein Ass mehr im Ärmel“ das Ende seiner Karriere. Trotz dessen veröffentlichte er nach seinem offiziellen Karriereende drei weitere Filme: 2005 realisierte er den Kurzfilm Le canapé rouge (2005) zusammen mit Marie Rivière, zwei Jahre später die Literaturverfilmung Astrée und Céladon (2007) sowie 2010 den komödiantischen Kurzfilm Véronique und ihr Faulpelz (2010).
Am 11. Januar 2010 verstarb Eric Rohmer im Alter von 90 Jahren in Paris.

Véronique und ihr Faulpelz (Kurzfilm) (2010)
Astrée und Céladon (2007)
Le canapé rouge (Kurzfilm) (2005)
Die Lady und der Herzog (2001)
Herbstgeschichte (1998)
Sommer (1996)
Wintermärchen (1992)
Frühlingserzählung (1990)
Der Freund meiner Freundin (1987)
Das grüne Leuchten (1986)
Pauline am Strand (1983)
Die Frau des Fliegers (1981)
Die Marquise von O... (1976)
Die Liebe am Nachmittag (1972)

Claires Knie (1970)
Meine Nacht bei Maud (1969)
Die Sammlerin (1967)
Die Bäckerin von Monceau (Kurzfilm) (1962)
Im Zeichen des Löwen (1959)

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