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Top 5: Ingmar Bergman für Einsteiger

Unsere Reihe "Close-Up" bietet mit drei handverlesenen Filmen eine gute Einstiegsmöglichkeit in die Werke unsere bekanntesten Regisseure. Hier gibt's das nötige Basiswissen für das Werk von Ingmar Bergman.

Filmgeschichten/Top Listen 09. März 2020

1. Nicht nur "Bester Filmregisseur aller Zeiten"

Einen Superlativ dieser Art würde sich wohl nur ein Uwe Boll selbst anhängen. Der am 14. Juli geborene und am 30. Juli 2007 gestorbene Schwede Ingmar Bergman hat ihn jedoch von den Filmfestspielen in Cannes verkündet bekommen, die ihn 1997 mit einer Auszeichnung für sein Lebenswerk ehrten. Aber eigentlich greift diese Bezeichnung nur einen Aspekt seines Schaffens auf, denn Bergman war auch immer Theaterregisseur und vor allem Drehbuchautor seiner heute legendären Filme. Bevor Bergman 1946 seinen ersten Film Kris schrieb und drehte, arbeitete er als Drehbuchautor in einem großen schwedischen Filmstudio.

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2. Immer im Kreise seiner Liebsten

Ingmar Bergman leuchtete in seinen Filmen oft die eigene Gefühlswelt aus und umgab sich für diesen zwangläufig intimen Arbeitsprozess mit einer Garde erstaunlicher Schauspielerinnen, die immer wieder in seine Filme zurückfanden. Neben Harriet Andersson (Die Zeit mit Monika, Das Lächeln einer Sommernacht, Fanny und Alexander), die in unserem Close-Up-Trio-Leider nicht vertreten ist, bleiben uns besonders eindringlich Ingrid Thulin (Wilde Erdbeeren, Das Schweigen), Bibi Andersson (Das Lächeln einer Sommernacht, Das siebente Siegel, Wilde Erdbeeren, Szenen einer Ehe) und Liv Ullmann (Persona, Szenen einer Ehe, Schande), die eine Weile mit Bergman liiert war. In einem Interview mit "Die Zeit" 1975 stellte sie jedoch klar, dass Szenen einer Ehe nicht die Autobiografie dieser Beziehung ist: "Es gibt einige wenige Situationen, von denen ich sagen würde, das sei uns wirklich passiert. Aber es bestehen parallel laufende Erfahrungen, die ich mit ihm und mit anderen Menschen gemacht habe, Erfahrungen, von denen ich weiß, dass er sie mit anderen erlebt hat, Dinge, von denen ich weiß, dass er sie von anderen gehört hat. Und ich erkenne Szenen aus Ehen wieder, die uns beiden bekannt sind. Und einige hat er natürlich frei erfunden. Aber es ist nicht die Autobiographie unserer Beziehung. Ganz und gar nicht."

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3. Ganz nah am Menschen

An dem O-Ton von Ullmann erkennt man schon gut, wie Bergman arbeitete. Die Themen für seine, meist eher dem Drama zugeneigten Filme fand er in der eigenen Biografie, im Freundeskreis und in den dunklen Ecken seiner Seele, die er mit seinen Filmen auszuleuchten schien. Auch an den anderen Filmen unseres Close-Up-Trios kann man seinen genauen Blick auf und in das Leben der Menschen erkennen: Wilde Erbeeren zum Beispiel ist ein wenig gnädiger Gang durch das Leben des Isak Borg (Victor Sjöström), der auf einer buchstäblichen und symbolischen Reise in die eigene Vergangenheit zur harten Erkenntnis kommt, ein herzenskalter Mensch gewesen zu sein – und dies auf den letzten Metern ändern zu wollen. Persona wiederum zeigt, wie eine berühmte Schauspielerin (Liv Ullmann) in stumme Apathie verfällt und sich auf die schwedischen Insel Fårö zurückzieht, wo sie sich in einer seltsamen Abhängigkeit zu ihrer Krankenschwester (Bibi Andersson) wiederfindet. Fårö war übrigens die Insel, von der Bergman sagte, er wolle dort leben und sterben. Tatsächlich verbrachte er die letzten Jahre bis zu seinem Tod in seinem Haus in St. Hammars, das heute als Künstlerresidenz genutzt wird.

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4. Der Blick in die Augen

Ingmar Bergmans Bildsprache hat zahlreiche Regisseur*innen inspiriert. Eines der wichtigsten Stilmittel war – wie passend – das Close-up. Man ist seinen leidenden, suchenden, stets schillernden Charakteren oft so nah, dass man ihnen direkt in die Augen schauen kann. "Die wesentlichste Qualität des Kinos ist die Möglichkeit, sich dem menschlichen Gesicht anzunähern", befand Ingmar Bergman 1959.

Nah dran inPersona © � 1966 AB Svensk Filmindustri

Nah dran inPersona © � 1966 AB Svensk Filmindustri

5. Sein ein Leben in neun Minuten

Für diesen Punkt verweisen wir auf das wunderbare Feature der Arte-Kollegen, die Bergmans Leben und Werk hier äußerst kurzweilig zusammengefasst haben. Hätten wir nicht besser hinkriegen können …

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