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Bingen statt Böllern mit ARTHAUS+

Es hat schon fast Tradition: Alle Jahre wieder führen wir Sie mit dieser Liste voller ARTHAUS+-Tipps durch den kompletten Silvestertag. Diesmal gibt’s ein Dinner mit André, deepe Gespräche mit schönen Menschen und Klassiker, die man am besten morgens auf dem Sofa schaut.

29. Dezember 2023

Eine Unheimliche Begegnung der dritten Art kurz nach dem Frühstück

Es gibt diese Filme, die man am besten an einem Feiertag schaut. Und zwar direkt nach dem Frühstück, wenn man einfach noch keinen Bock hat, sich in den Tag oder vor die Haustür zu stürzen – und Filme braucht, die man kennt, aber immer wieder schauen mag, weil sie trotzdem ihre ganz eigene Welt aufmachen, in der man noch ein paar Stunden mehr verbringen will. Dann fläzt man sich aufs Sofa, legt sich an kalten Tagen unter die Decke und starrt begeistert in die Glotze. Als bockige Teenager haben wir das morgens oft gemacht, als verkaterte Mittzwanziger später auch wieder – und dieses Jahr Silvester haben wir mal wieder Bock drauf. Ein Regisseur, der an diesen Vormittagen immer geht, ist natürlich Steven Spielberg. Da wir Indiana Jones und E.T. aber schon übersehen haben, wählen wir diesmal die Science-Fiction-Liebeserklärung Unheimliche Begegnung der dritten Art.

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Feuchtgebiete zum Mittagessen

Ja, es gibt die Klassiker, die man an Silvester immer wieder gerne schaut. Ein eigenes Ritual zum Jahresabschluss ist allerdings die Rückschau – und mit David Wnendts Adaption des Überraschungsbestsellers von Charlotte Roche, lässt sich bestens rekapitulieren, was man selbst vor zehn Jahren gemacht hat – und wie sehr sich die Welt seitdem weiterentwickelt hat. Wer nach der Lektüre des Romans Feuchtgebiete, der wegen einiger expliziter Stellen für Furore und eine Millionenauflage sorgte, womöglich enttäuscht war ob der mangelhaften Handlung, die in der Haltung der Autorin etwas versumpfte, dürfte in Wnendts Film ein großartiges Mehr an Unterhaltung entdecken, die allerdings nicht zu Lasten der Perspektive der Protagonistin geht. Schon krass, denkt man heute, dass Helen und der Avocadokern, Helen und ihre Hämorrhoiden, Helen und ihre Intimrasur noch vor zehn Jahren so skandalös erschienen, dass auch der Film zum Aufreger wurde.

Ineinander vertieft: Liebe 2013 © 2013 Rommel Film - ZDF. All rights reserved.

Ineinander vertieft: Liebe 2013 © 2013 Rommel Film - ZDF. All rights reserved.

Mein Essen mit André am Abend

Wenn Louis Malle an den Tisch bittet, setzt man sich doch gerne dazu: Wer Lust auf ein Neujahrs-Dinner, aber keine Lust auf einen anderen Menschen am Tisch hat, kann sich zu Theator-Autor Wally und seinem Freund André setzen. Wally ist verbittert, überarbeitet, denkt nach eigener Aussage nur an Geld und muss sich nun anhören, wie André um die Welt reist, überall Inspiration findet aber auch der ein oder anderen Verschwörungstheorie anhängt. Wally ist ihm in letzter Zeit eher aus dem Weg gegangen, weil er kein Verständnis für dessen Lebensstil und Ansichten hatte. Der amüsante Nouvelle-Vague-Film von Louis Malle lässt hier zwei Weltsichten aufeinanderprallen – und es ist eine große Freude, Wallace Shawn und André Gregory zu folgen, die sich quasi ein Stückweit selbst spielen.

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Before Midnight kurz vor Mitternacht

Es ist keine Schande, wenn man zum Jahreswechsel melancholisch wird. Die Ruhe zwischen den Jahren, das winterliche Wetter, der Struggle mit den guten Vorsätzen vom letzten Jahr, die man wieder nicht eingehalten hat – all das befeuert eine gewisse Schwermut und prägt einen Blick auf das eigene Leben, der eher in die Vergangenheit, als in die Zukunft geht. In dieser Stimmung ist Richard Linklaters dritter Film mit Julie Delpy und Ethan Hawke, Before Midnight, Balsam für die Seele. Die beiden blicken zurück auf ihre Liebe, die Freundschaft, das Leben, die Dinge, die man geschafft und die, die man verpasst hat.

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Ins neue Jahr mit O Brother Where Art Thou? – Eine Mississippi-Odyssee

Auf die Frage, welche ihre liebste Homer-Übersetzung ist, dürften nicht wenige Filmfans mit "die der Coens natürlich" antworten. Joel und Ethan Coen haben die Reisen des mythischen Griechen kurzerhand in den amerikanischen Süden verlegt und seine Abenteuer auf mehrere Schultern verteilt. Und ach ja, Hollywood ist auch sehr präsent. Zwar gibt es Sirenen und Zyklopen, aber es gibt auch George Clooney, John Turturro, Holly Hunter und sehr viel Musik. Blues, Gospel, Bluegrass, Country, Folk … Jedes Jahr ist eine Reise, jedes Jahr hat einen besonderen (Nach-)Klang. Mit dieser perfekten Komödie klingt 2024 schon man abenteuerlich an …

"And a happy new year…!" © Touchstone Pictures

"And a happy new year…!" © Touchstone Pictures

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