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50 Jahre Der diskrete Charme der Bourgeoisie: Aufwendig in 4K restauriert

Zum Jubiläum von Luis Buñuels Gesellschaftssatire erscheint eine 50th Anniversary Edition in restaurierter Fassung und mit vielen Extras.

12. Mai 2022

Es war einmal eine Klassengesellschaft, in der die besseren Kreise auf die "kleinen Leute" hinabschauten, ohne diesen zuzugestehen, eine weisungsbefugte Klasse für sich zu bilden. Geschichte schrieben nur "die da oben", allerdings hing den Eliten schon immer der Ruf nach, die Realität aus dem Blick zu verlieren. Doch neben der Psychoanalyse war ihnen noch das Kino als Mittel zur Hand gegeben, sich den Spiegel vor die Nase zu halten. Man darf sich fragen, ob diese Zeit vorbei ist, weil sie in der Kunst keine Rolle mehr spielt?

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Die charakteristische Hochnäsigkeit und Blasiertheit der Wohlhabenden kostet Luis Buñuel in seinem modernen Klassiker Der diskrete Charme der Bourgeoisie aus dem Jahr 1972 jedenfalls noch zur Genüge aus, 1973 gewann Buñuels satirisch überspitzte Analyse der Verhältnisse den Oscar – als bester fremdsprachiger Film. Das spricht für seine Relevanz und für die Welthaltgkeit des Sujets. Der Running Gag ist buchstäblich zu verstehen, aber entwickelt auf der Metaebene der Geschichte ein Eigenleben. Schließlich geht es bei der Bürgerlichkeit der Hauptfiguren einerseits um einen tief verinnerlichten Habitus, der sich in jeder Lebenslage äußert, und seien es auch noch so absurde bis surrealistische Szenarien. Andererseits geht es schlicht um ein Abendessen, das wegen eines Missverständnisses nicht stattfindet und dessen Nachholtermin in diversen Konstellationen immer wieder verschoben werden muss.

DerDiskreteCharmeDerBourgeoisie.jpg © STUDIOCANAL

DerDiskreteCharmeDerBourgeoisie.jpg © STUDIOCANAL

Die 4K Ultra HD-Edition zum 50. Geburtstag enthält außerdem einige neue Extras: eine Szenenanalyse von drei separaten Filmausschnitten mit Filmkritiker und Historiker Charles Tesson sowie ein 30-minütiges Interview und kritische Filmanalyse mit Charles Tesson. Dazu ein Interview mit Jean-Claude Carrière und die kritische Analyse von Prof. W. Evans.

WF

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