Die Filme von Pedro Almodóvar haben einen hohen Wiedererkennungswert, der sich nicht auf Äußerlichkeiten beschränkt, auch wenn der Spanier ein sehr formbewusster Regisseur ist. Der persönliche Touch seiner Kulissen, Kostüme und Requisiten ist Legende, und manch einem mag in entsprechender Umgebung schon einmal der Satz "Hier sieht es ja aus wie in einem Film von Almodóvar" über die Lippen gekommen sein. Genauso gut könnte man be einer solchen Gelegenheit sagen "wie bei Almodóvar zuhause", schließlich finden viele persönliche Gegenstände aus seinem Besitz den Weg vor die Kamera.
Doch was man spürt, wenn man sich Almodóvars Geschichten und Bildern hingibt, steht auf einem ganz eigenen Blatt geschrieben. Es ist das inhärente Gefühl und nicht der reine Text, dem der Cursor in diesem Trailer blinkend vorausgeht. In Bitteres Fest stellt Almodóvar mal wieder die großen Fragen – und die gehen mittels seiner Perspektive unmittelbar unter die Haut. Der Witz hält dabei die Meleodramatik nur soweit in Zaum, dass sie sich allmählich entwickeln kann, während wir gebannt der verwickelten Handlung um Autorenschaft und Kontrolle über das eigene Leben folgen. Einen Almodóvar erkennen wir nicht an den Mustern der Tapete, sondern am besten an der Gänsehaut auf dem eigenen Körper.
Bitteres Fest ist ein echter Almodóvar. Ab 30. Juli im Kino.
WF