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Warten auf's Christkind , oder: Es muss nicht immer Kevin sein

Unsere Redaktion hat für Sie das perfekte Film-Menü für den 24. Dezember zusammengestellt. Filme für jede Stimmungslage, die Sie zu Weihnachten erwischen kann. Alle hier gezeigten Filme gibt es auch bei Apple TV oder bei Amazon als Download.

Listen 23. Dezember 2019

1. Santa Claus: The Movie am Morgen, damit die Kids weiterhin an den Weihnachtsmann glauben

Tut uns leid, dass #TeamChristkind hier leider leer ausgehen muss. Wir empfehlen Ihnen lieber diese immer noch recht zeitgemäße Erzählung vom Weihnachtsmann aus dem Jahr 1985. David Huddleston muss hier als Santa Claus in den Kampf gegen den Kapitalismus ziehen, der in der Gestalt des Spielwaren-Moguls B.Z. (herrlich cholerisch gespielt von John Lithgow) versucht, das Weihnachtsfest zu kommerzialisieren. Was für ein Frevel! Weiß doch jeder, dass es zu Weihnachten um Vertrauen, Güte und Hilfsbereitschaft geht. Na ja, zum Glück ist die Sache damals gutgegangen und Weihnachten heute so, wie es sein sollte. Äh … na ja.

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2. Blendende Weihnachten als Feelgood-Komödie nach dem Frühstück

In Amerika stehen die Tage vor Weihnachten in vielen Städten auch unter dem beliebten Motto: Wer hat den längsten … pardon, die längste. Und damit ist natürlich die Lichterkette gemeint, die sich zwischen leuchtenden Santas und Rentieren um die Vorstadt-Häuser schlängelt. Bisher war die Sache immer klar: Augenarzt Steven Finch (Matthew Broderick) ist "Mr. Christmas" und sorgt für das strahlendste Weihnachten im Ort. Doch diesmal ist Buddy Hall (Danny DeVito) als ehrgeiziger Nachbar mit im Rennen: Sein Haus soll so hell leuchten, dass man es vom Weltall aus sehen kann. Das Christmas-Battle kann beginnen!

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3. Alle Jahre wieder - Weihnachten mit den Coopers zum Mittag, damit man weiß, was einem beim Familienessen am 1. Weihnachtstag blüht.

Zur Einstimmung auf die Verwandtschaftsbaggage, die einem garantiert am ersten Weihnachtstag wieder im Haus rumsitzt, starten wir zum Mittag mit der leichten Eskalation in Sachen Familiendingen. In Alle Jahre wieder kann man sich noch mal die Tricks abschauen, wie man sich vor der lieben Verwandtschaft verstellt und das gequälte Grinsen aufrecht hält, wenn einem gerade so gar nicht nach Familie und Weihnachten ist – und wie man das Gesicht wahrt, wenn die Situation eskaliert. Wobei wir zum Glück nicht bei den Dogma-Leuten oder gar bei Vinterberg höchstselbst sind: Hier bleibt das Fest im Groben und Ganzen im Rahmen eines Feelgood, pardon Feel-only-a-little-bad-movies.

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4. Merry Christmas, Mr. Lawrence und danke für die Demut

Kurz vor dem Kaffee und der wuchtigen Torte empfehlen wir Ihnen einen Film für die Demut - und für die Erkenntnis, dass ein "Merry Christmas" im Titel noch keine fröhlichen Weihnachten macht. Dieser Kriegsgefangenenfilm mit David Bowie in der Hauptrolle zeigt noch mal deutlich, dass es zu Weihnachten nicht alle so gut haben wie man selbst, wie man da so satt und glücklich vor der Glotze sitzt und auf die Geschenke wartet. Der vom japanischen Regisseur Nagisa Ōshima gewählte Originaltitel hätte übersetzt übrigens "Fröhliche Weihnachten auf dem Schlachtfeld" geheißen.

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5. Mit Alice im Wunderland und dem Märzhasen und dem verrückten Hutmacher zum Tee

Natürlich nicht direkt ein Weihnachtsfilm, aber irgendwie passen die surrealen Traumbilder und der leichte Grusel einfach zu gut zu Weihnachten. Vor allem, wenn es draußen nebelig ist und sich wie immer im Winter das Tageslicht schon kurz nach dem Tee verpieselt. Wir legen Ihnen an dieser Stelle aber natürlich nicht diesen neumodischen Alice-Scheiß ans Herz, sondern die gerade digital restaurierte Version aus dem Jahr 1933 mit Charlotte Henry als Alice. Schon erstaunlich, was für Effekte Regisseur Norman Z. McLeod damals schon in petto hatte.

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6. Hard Powder gegen die Aggression am Nachmittag

Wenn auch in den letzten Stunden vor der Bescherung die weiße Weihnacht mal wieder nicht kommen will und Sie deshalb – zu Recht – scheiß wütend sind!!!!!!1111!!!111!!! Äh, dann empfehlen wir Ihnen zum Abreagieren diesen Film. In Hard Powder, Hans Petter Molands Remake seines eigenen Films Einer nach dem anderen wird wenig geredet, es gibt Kiloweise Schnee (im doppelten Wortsinn), rollende Lawinen und es wird unheimlich viel geballert. Danach können Sie ganz entspannt im Nieselregen zur Abendmesse.

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7. Für die Gottesdienst-Schwänzer*innen: Die Nonne

Ach! Wie jetzt? Sie schwänzen den Gottesdienst? Sogar am Heiligen Abend? Na gut, dann ist ihr katholisches Karma-Konto für den Tag eh dermaßen im Arsch, dass Sie es auch gleich richtig krachen lassen können. Wie wäre es also mit Die Nonne von Jacques Rivettes. In der Adaption des gleichnamigen 1796 erschienenen Romans (im Original: "La Réligieuse") von Denis Diderot spielt die kürzlich verstorbene aber unsterbliche Anna Karina die Hauptrolle der jungen Suzanne Simonin. Unmittelbar nach seiner Premiere bei den Filmfestspielen in Cannes 1966 wurde Rivettes Verfilmung von der Zensur verboten, da man ihm vorwarf, katholische Gefühle zu verletzen. Was Sie ja gerade auch tun ...

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8. The Ice Harvest zur Tatort-Zeit

Es liegt ja irgendwie in den Genen der Deutschen, dass die Zeit nach der Bescherung und der Tagesschau für die leichte Krimi-Unterhaltung gebucht ist. Auch da hätten wir etwas für Sie im Angebot. The Ice Harvest von Harold Ramis mit Billy Bob Thornton und John Cusack in den Hauptrollen zeigt uns ein Weihnachtsfest zwischen Mafia-Anwälten, Paten, Porno-Produzenten und der ein oder anderen Femme fatale. Viel knalliger und böser als das ein Tatort je hinbekäme. Schon gar nicht einer aus Münster.

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9. Meine Nacht bei Maud, bevor man selig und keusch ins Bett steigt

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz in unserem Hause, dass Eric Rohmer immer geht (na ja, wenn man es genau nimmt, schreiben wir dieses Gesetz eigentlich bei jeder Gelegenheit in unser Magazin). Dieser wundervolle Film aus Rohmers "moralischen Erzählungen" kreist um eine Begegnung zur Weihnachtszeit zwischen dem jungen, christlich erzogenen Ingenieur Jean-Louis und der freigeistigen, charismatischen Maud. Die beiden verbringen eine Nacht zusammen, spüren einen intellektuellen Magnetismus, reden Stundenlang über Liebe, Treue, Religion und das Leben. Und genau das sollte man gerade zu Weihnachten ja besonders häufig tun.

In diesem Sinne: Frohes Fest, tolle Filme und deepe Gespräche!

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