Video: Auf einen Plausch mit Jean-Luc Godard

In einer Masterclass für die französische Universität ECAL (École cantonale d'art de Lausanne) sprach Jean-Luc Godard gut 90 Minuten über die Nouvelle Vague, das Filmemachen und Kollegen wie Jacques Rivette oder Éric Rohmer. Hier gibt's das komplette Video mit englischen Untertiteln.

Gespräche 08. Mai 2020

Lionel Baier leitet das Filminstitut der ECAL. Er nutzte seine guten Kontakte zur französischen Kino-Prominenz, um seinen Student*innen und uns einen ganz besonderen Vortrag zu bescheren. Baier sprach dafür ausführlich mit Jean-Luc Godard, besuchte ihn zuhause, filmte das Ganze mit seinem Smartphone und war nun auch so freundlich, mit seinem Team für eine englische Untertitelung zu sorgen.

Der 89-jährige Jean-Luc Godard spielt zwar weniger Tennis als sonst, wie er am Anfang dieses sehr informativen und unterhaltsamen Interviews erzählt, das sportliche Zigarrenschmauchen hat er sich jedoch noch nicht abtrainiert.

Im gut 90-minütigen Gespräch streift Godard dann genau die Themen, die uns Kino-Nerds interessieren: Er teilt seine Philosophie des Filmemachens, spricht über Kollegen wie Jacques Rivette, Éric Rohmer, und Robert Bresson, sinniert über den Zustand der Welt in Zeiten der COVID-19-Pandemie, verrät ein wenig über sein von der Oper inspiriertes neues Projekt, und er gibt jungen Filmemacher*innen den ein oder anderen Tipp für Handwerk und Karriere.

Sehr schön wird es, wenn Godard ein kleines Hohelied auf das Kino singt und sich an die frühen Nouvelle-Vague-Jahre erinnert: "Wir sind ständig ins Kino gegangen damals. Jeder auf seine Weise. Rivette verbrachte manchmal ganze Abende damit, einen Film vier mal hintereinander zu schauen. Ich habe vier oder fünf Filme pro Tag im Kino gesehen, manchmal allerdings nur Teile von ihnen. Es war ein etwas anderer Ansatz. Wir waren trotzdem ein Team, sogar mit [Claude] Chabrol."

Hier das Video:

DK

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