Feriengrüße von Pauline und Delphine: Die Drehorte des Éric Rohmer

Fühlt sich ein klein wenig an wie die Ferien, die man gerade noch nicht wieder haben darf: In Éric Rohmers Filmen mäandern die Gespräche über die Liebe und das Leben vor sich hin, während malerische Strände und Landschaften vorbeiziehen.

Listen, Listen, Listen 14. April 2020

Hotel Mas de Chastelas in Saint-Tropez (Die Sammlerin)

Hier gibt es tatsächlich die Möglichkeit, sich in einen Rohmer-Film einzumieten: Das Landhaus Mas de Chastelas in Saint-Tropez ist nämlich nicht nur der Ort, an dem Rohmer mit Haydée Politoff und Patrick Bauchau Die Sammlerin drehte, sondern auch ein etabliertes Fünf-Sterne-Hotel. Hier wurde übrigens 1980 auch Die Männer, die ich liebte von Claude Berri mit Catherine Deneuve und Gerard Depardieu gedreht.

Schöner Mann vor schönem Garten © Kinowelt GmbH

Der Plage de L’Écluse in Dinard (Sommer)

Man möchte den schluffig-sweeten Gaspard in dieser Erzählung der vier Jahreszeiten oft schütteln, während man ihn so durch die sommerlichen Tage in der Bretagne begleitet. Merkt er denn nicht, dass er die ganze Zeit an malerischen Stränden und über wundervolle Küstenwanderwege läuft – an der Seite von wunderschönen Frauen? Trotzdem ist Sommer immer noch die perfekte Weltflucht, was nicht zuletzt an der natürlichen Schönheit des Ortes Dinard an der bretonischen Küste liegt. Der zentrale Strand dort heißt Plage de L’Écluse und man findet heute noch so manchen Reiseführer, der davon schwärmt, dass die jungen Frauen dort tatsächlich aussähen wie Rohmers Alltagsheldinnen.

Gaspard mit einer Liebe seines Sommer © Kinowelt GmbH

Der Plage de Jullouville (Pauline am Strand)

Pauline und ihre Cousine Marion verbringen den Sommer in der Normandie. Die schönen Strandszenen aus diesem wundervoll leichten Sommerdrama Rohmers spielen am Plage de Jullouville – die Handlung erstreckt sich jedoch hin und wieder bis ins benachbarte Carolles-Plage. Die Strände in der gesamten Region um die Stadt Granville eignen sich generell perfekt für Rohmer’sche Ferien in mediterranen Häusern.

Pauline lässt sich nicht verarschen. Schon gar nicht von diesen beiden. © Kinowelt GmbH

Der Lac D’Annecy (Claires Knie)

Obwohl Laurence de Monaghans Knie in diesem Film natürlich die Hauptrolle spielt und Jean-Claude Brialy als Jérôme große Mühe hat, seinen Blick auf etwas anderes zu lenken, geizt hier auch die Landschaft nicht mit ihren Reizen: Denn der sechstgrößte See Frankreichs, der seinen Namen der schönen Stadt Annecy verdankt, drängt sich hier immer wieder mit all seiner Postkartenschönheit ins Bild. Für die Crew von Claires Knie selbst war der Dreh übrigens alles andere als Urlaub: Rohmer, der für seine kniepigen Budgets bekannt war, mietete für die komplette Mannschaft ein altes Haus, das nur ein Badezimmer hatte. Das berichtete Brialy, der übrigens im Schuppen schlief, in seiner Autobiografie.

Das Knie. Der See. © Kinowelt GmbH

Biarritz und Saint-Jean-de-Luz (Das grüne Leuchten)

Natürlich überstrahlt die junge Pariser Sekretärin Delphine (Marie Rivière) in diesem Film jeden auch noch so schönen Drehort – und trotzdem bleibt nach ihren eher sinnsuchenden als touristischen Streifzügen durch Biarritz im Baskenland im Südwesten Frankreichs die Schönheit dieser Stadt in lebhafter Erinnerung. Sie ist allerdings nur eine Station auf Delphines Reise: Am Bahnhof von Biarritz trifft sich schließlich einen jungen Mann, der sie nach Saint-Jean-de-Luz einlädt, das ebenfalls an der Atlantik-Küste liegt, eine gute Zugstunde von Biarritz entfernt, und nicht minder schön ist.

Das strahlende Lächeln und das grüne Leuchten © Kinowelt GmbH

DK

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