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Top 5: Filme gegen die Besinnlichkeit

Es ist völlig okay, Weihnachten zu hassen und die Besinnlichkeit heuchlerisch zu finden. Für all diese Menschen haben wir die perfekte Watchlist zusammengestellt. Mord, Drama und Totschlag, statt Friede, Freude, Weihnachtskuchen.

Listen/Top Listen 23. Dezember 2021

1. Katholische Kirche mal anders: John Carpenters Vampire

Weihnachten ist die Zeit, in der man für ein paar Tage der Kirche so ziemlich alles durchgehen lässt, damit man ruhigen Gewissens dem Weihnachtsgottesdienst beiwohnen kann. Die Heuchelei, die theologisch vermauerte Misogynie, den beschämenden Umgang mit den Opfern sexueller Gewalt innerhalb der Kirche – um nur einige Punkte zu nennen. Dagegen ist der für die Vampirjagd zuständige und vom Vatikan finanzierte Jack Crow aus Carpenters Vampire ein echter Sympathieträger, der in seinem Kampf gegen einen uralten Gegner, natürlich, auch den ein oder anderen Kardinal trifft, der seine Seele an den Teufel verkauft hat.

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2. Das große Fressen und die Folgen

Völlerei und Suff gehören in vielen Haushalten zur Weihnachtstradition. Das heißt dann aber leider auch: Festspiele für die Verdauung. Will man ja gar nicht dran denken, merkt man aber alle Jahre wieder früh genug. Als Anti-Appetizer empfehlen wir gerne Marco Ferreris Das große Fressen, jener lustige, dramatische, exzentrische und ein bisschen eklige Skandalfilm aus dem Jahr 1973, der unter anderem durch die Szene mit dem "Todesfurz" für Empörung sorgte. Eigentlich erstaunlich, dass man sich darüber aufregte – hat nicht jeder einen Onkel oder Opa am Weihnachtstisch, der das doppelt so laut und lange hinbekommt?

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3. Weihnachts- und Winterflucht mit Éric Rohmers Sommer

Ebenfalls hilfreich, um dem ganzen Weihnachtsquatsch zu entkommen: antizyklisches Kino. Soll heißen: Im Winter, Sommerfilme schauen. Statt Besinnlichkeitstaumel und Familienwahn vor dem Weihnachtsbaum auch noch auf dem TV zu haben, kann man sich doch besser amouröse Zweigänge und Fluchten in erfüllende, aber kurze Sommeraffären reinziehen. Zum Beispiel in Sommer von von Éric Rohmer.

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Fassbinder gegen die Festtagsgemütlichkeit

Weihnachten beginnt für die meisten von uns mit der ominösen Vorweihnachtszeit, die die meisten der meisten auf eine paradoxe Weise verbringen: immer beschäftigt doch irgendwie tatenlos. Denn wenn es wieder einmal spät wird mit den Vorbereitungen und vor allem mit der Besorgung der passenden Geschenke für die unpassende Verwandtschaft, dann darf stets die Arbeit, die viele Arbeit als Ausrede und Entschuldigung herhalten. Aber das macht die Sache natürlich nicht besser, wenn man sich auf die Jagd nach Last-Minute-Präsenten begibt, ob nun online oder im Pandemie-bedingt noch weniger zu empfehlenden Einkaufsstraßen-Getümmel. Entspannung von diesem und allem nachfolgenden Stress der verordneten Festtagsgemütlichkeit verspricht alles von Rainer Werner Fassbinder und vor allem dessen Berlin Alexanderplatz. Das Mammutmeisterwerk kann man problemlos bis ins neue Jahr hinein gucken und dabei auch noch Silvester ganz prächtig verdrängen. Und wem’s jetzt noch zu besinnlich ist, dem sei das folgende kurze Statement Fassbinders von 1980 ans Herz gelegt:

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Der Diener und gesellschaftliche Hierarchien

Wer sich an Weihnachten nicht einfach mit vollen Bauch zurücklehnen und die Gesellschaft da draußen ein Bild aus den Nachrichten sein lassen möchte, sollte sich das stille aber kämpferische Meisterwerk Der Diener von Regisseur Joseph Losey ansehen. Darin werden Hierarchien und Verhältnisse – seien es die zwischen zwei Menschen oder die zwischen ganzen sozialen Klassen – derart tiefenpsychologisch versiert dar- und auf den Kopf gestellt, dass einem der Weihnachtszauber plötzlich nicht mehr so zauberhaft vorkommt. Denn wo gefeiert wird, da fallen Späne, und manchem bleibt am Fest der Liebe nicht viel mehr als auf Resten herum zu kauen. Die Schere zwischen Arm und Reich ist jedenfalls seit dem Entstehungsjahr des Films, 1963, durchaus weiter auseinander gegangen – sowohl im Produktionsland Großbritannien als auch überall sonst auf der Welt.

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DK, WF

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